Wie beurteilt Jesus die Priestersatzungen bei Juden und Kirchengebote bei Christen?

Wie beurteilt Jesus die Priestersatzungen bei Juden und Kirchengebote bei Christen?

Neuoffenbarungen Jesu Christi durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)

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Inhaltsübersicht:


Sich nicht von alten Satzungen wieder fangen lassen

Laod.002,15] (Paulus:) »Denn ihr alle seid ja abgestorben für die Welt und ihre Satzungen mit Christo; aus welchem Grunde möchtet ihr euch denn nun wieder fangen lassen von Satzungen der Welt, als lebtet ihr noch in ihr?!«

Geistig Wiedergeborene sollen sich um Weltsatzungen nicht mehr kümmern

Laod.002,30] (Paulus:) »Da ihr aber nun mit Christo auferstanden seid, was kümmert euch denn, was da unten auf der Welt ist, und was suchet ihr den Satzungen der Welt zu genügen, die da ein Werk der Menschen sind?!«

Menschensatzungen übernehmen heißt Lügen übernehmen

Laod.003,01] (Paulus:) »Ich aber sagte: "Meidet die Lüge, welche ist der nächste Abkömmling des Satans!", weil ihr nun - wie ich es durch Nymphas erfahren habe und gleichermaßen durch den Geist Christi in mir erfahre - in die Menschensatzung zum großen Teile übergegangen seid.«

Negative Folgen der Priestersatzungen

Priestersatzungen als Ursache der Abwendung Gottes

3Tag.022,08] »Würden die, so da sitzen auf dem Stuhle Mosis und Aarons, auch so (nach dem Grundsatz wahrer Nächstenliebe) handeln und gehandelt haben, so würden sie nie von euch Römern unterjocht worden sein. Aber da sie nicht mehr dem alten Gesetze treu blieben, das für alle Menschen gleich gegeben ward, sondern sich eigene Satzungen machten nach ihren Gelüsten, so hat Gott denn auch sein Angesicht von ihnen abgewendet und sie gegeben unter die scharfe Zuchtrute der Heiden, unter der sie auch ihrer großen und groben Halsstarrigkeit wegen belassen werden.«

Negative Auswirkungen von Priestersatzungen

Ev09.121,14] »Auf daß die Menschen ja nicht selbst unter sich die Gesetze des Lebens zu beachten haben, habt ihr es ihnen durch eure Satzungen bequemer gemacht, indem ihr ihnen vorgelogen habt, daß ihr Gesichte gehabt und der Herr Herr es euch geoffenbart habe, daß die Menschen euch lieber größere Opfer darbringen sollen, was Gott um vieles wohlgefälliger wäre denn das eigene, unbequeme Halten der Gesetze, - was euch das von euch blind gemachte und zur Selbsttätigkeit ohnehin stets träge Volk gerne glaubte.

Ev09.121,15] Dadurch aber habt ihr das Volk von Gott und so auch vom Leben der Seelen aus Ihm abgewendet und die Türen zum Reiche Gottes versperrt, auf daß ja kein Mensch mehr zum ewigen Leben seiner Seele gelange.«

Menschensatzungen statt göttlicher Gebote verhinderten berechtigte Gewissensbisse

Ev02.026,04] »... du magst ein Gesetz noch so vollständig geben, so wirst du nur zu bald gewahr werden, mit welcher Geschicklichkeit die Menschen das Gesetz umgehen werden und du wirst dagegen nichts tun können.

Ev02.026,05] Gottes Gebote, die durch Moses dem Volke sind gegeben worden, sind gewiß so erschöpfend als nur etwas Vollendetes erschöpfend sein kann; aber Menschen, wie diese Zeiten zeigen, haben Gottes Gebote ganz geschickt in ihre höchst eigenen bösen Satzungen also umzugestalten verstanden, daß die jetzigen Menschen nun gar kein Gewissen mehr haben, die Gebote Gottes zu übertreten, so sie nur ihre Weltsatzuneen erfüllen!«

Vorziehen von Weltsatzungen anstatt Gottesgeboten verhindert wahres Erkennen Jesu

Ev06.043,08] »Ja, so ihr das Gesetz Mosis hieltet, so hättet ihr Mich schon lange erkannt! Aber ihr haltet aus Furcht vor den weltlichen Strafen mit geheimem Grimm die Satzungen der Welt und erkennet Mich darum nicht, trotz dem, daß Ich solche Zeichen vor euren Augen gewirkt habe, die noch nie ein Mensch vor Mir gewirkt hat.«

Auswirkungen von Menschensatzungen auf Glaube an Gott

Ev06.064,13] »... Wo man sich kein Gewissen macht, die Gebote Gottes wegzustreichen und an deren Stelle weltliche Satzungen als heilig und wie von Gott gegeben hinzustellen, da ist aller Glaube an einen wahrhaftigen Gott vollends zu Ende...«

Geistige Blindheit und Heilsverlust als Auswirkungen der Übertretung göttlicher Gebote

Ev07.188,10] »Sehet, dieweil ihr eben von Moses ganz abgewichen seid, so seid ihr mit Blindheit geschlagen worden und könnet nun den hellsten Tag vor euren Augen nicht mehr ersehen, - und das ist euer Gericht, euer Tod und eure Verdammnis! So säuget ihr die Mücken mit euren leeren und teuerst bezahlten Gebeten und verschlinget dafür ganze Kamele, und dennoch saget ihr, daß ihr Mosis Jünger seid! Wie könnet ihr aber Mosis Jünger sein, so ihr - wie schon gesagt - allen Satzungen Mosis, ärger denn alle Heiden, zuwiderhandelt? Darum aber wird das Licht auch von euch genommen und den Heiden gegeben werden.«

Weltsatzungen hinterließen blutige Spur, die Jesus tilgte

Laod.001,42] (Paulus:) »Er (Jesus) vertilgte die blutige Handschrift, welche da war wider uns alle, die da entstanden ist durch weltliche Satzungen, und unsere Namen waren mit dieser Schrift eingetragen ins Buch der Welt, ins Buch des Gerichtes und ins Buch des Todes, indem Er sie ans Kreuz heftete.«

Unbarmherzigkeit und Vertierung als Auswirkung von Tempelsatzungen

Ev07.154,09] »Ja, ja, es wäre nun das von euch schon alles noch recht, wenn ihr nicht gar so viel und gar so gewissenlos gesündigt hättet! Ein derartiges und vieljähriges Sündigen ohne Unterlaß wider Gott, wider alle Nebenmenschen und sogar wider alle Natur hat eure Seelen derart geschwächt und so gänzlich veranstaltet, daß es euch wohl eine sehr große Mühe kosten wird, bis eure Seele in euch ein menschliches Aussehen bekommen wird.

Ev07.154,10] Ihr wußtet in eurer hochaufgeblähten Weltblindheit freilich nicht, was ihr tatet und ihr seid nur darum etwas zu entschuldigen; aber es hat von Mir aus an euch geheim ins Herz gelegten Ermahnungen auch nie gemangelt, die euch laut sagten: "Fürchte Gott und tue nicht Unrecht den Menschen!" Aber dieser Ermahnungen achtetet ihr nicht, und einer hielt den andern eure bösen Menschensatzungen vor und sagte: "Es ist klüger, strenge nach den einmal aufgestellten Satzungen zu handeln, als sich zur Unzeit seinen eigenen Barmherzigkeitsgefühlen zu überlassen und dann zum Gespött der Angesehenen und Mächtigen des Landes zu werden!" Das hat euch endlich ganz entmenscht, und ihr wurdet in euren Seelen zu den allerwildesten und reißendsten Raubtieren. Und sehet, da steckt es nun bei euch! Wie werdet ihr nun aus euren blutdürstigen wahren Tigerseelen Menschenseelen machen?«

Negative Konsequenzen für Geboteverfälscher selbst

Ev06.220,01] »... Selig ist auch der, welcher sich an Mir nicht ärgert! Ihr blinden Pharisäer saget: "So der Himmel abends rot ist, da wird morgen ein schöner Tag werden; ist aber der Morgen rot, so wird der Tag ein trüber sein (vgl. Mt.16,02 f.)!" Diese Zeichen könnet ihr beurteilen: wie sehet ihr denn die großen Zeichen dieser Zeit nicht, die euch von Mir gegeben werden? Ihr aber sehet wohl auch diese Zeichen und verstehet sie auch; aber eures Welttums wegen wollet ihr sie nicht annehmen und haltet auch das Volk davon ab. Und so wollet ihr selbst nicht in das Himmelreich, lasset aber auch niemand anders hinein; und darum werdet ihr dereinst auch desto mehr Verdammnis überkommen!

Ev06.220,02] So ein Blinder an einen Stein stößt, so kann ihm das niemand für einen Fehler anrechnen. Aber wenn solches ein Sehender tut, so ist das offenbar ein grober Fehler; denn er konnte es ja sehen, daß ein Stein am Wege liegt. Und so ist es um so mehr in geistigen Dingen der Fall. Wer da auf Grund seiner Seelenblindheit diese Zeichen und Worte, die Ich tue und rede, nicht fassen kann, dem wird das auch zu keiner Sünde gerechnet werden, aber wohl dem vielfach, der da sieht und dennoch der Wahrheit feind ist!

Ev06.220,03] Bei euch Pharisäern und Schriftgelehrten ist das nun der Fall. Ihr sehet es bei euch selbst gar wohl ein, daß Ich der Verheißene bin; aber ihr sehet daneben auch ein, daß euer ganz zerstörtes Judentum neben Meiner Lehre nicht bestehen kann, weil ihr Moses

und die Propheten nahezu gänzlich aufgehoben habt und dafür eure Satzungen zur Unterdrückung und nicht zur Aufrichtung des Volkes, der Witwen und Waisen aufgestellt habt. Und weil ihr das tut und euch nicht bekehret zu Mir, so bleibt eure Sünde in euch und mit ihr das Gericht und der Tod! Wahrlich, mit demselben Maße, mit dem ihr nun ausmesset, wird euch dereinst von Meinem wahren Vater vergolten werden!«

b) Untergang als Strafe für Priestersatzungen

3Tag.026,09] »Also wird es mit euch geschehen (Auflösung), dieweil ihr euch eigenmächtig von den alten Satzungen Gottes entfernt habt und habt dafür eure sehr weltsüchtig-menschlichen hingestellt und habt euch gemästet von dem großen Gewinne, den euch die Handhabung eurer Menschensatzungen abwarf.«

Wegen Vorenthaltung von Bildung suchte Volk Schutz bei Heiden

Ev09.117,31] Sagte nun Ich wieder: »Wer schuldet aber daran, daß das Volk in der Schrift nun so schlecht unterwiesen ist? Seht, ihr selbst! Ihr enthaltet dem Volke das Wort Gottes vor und quält es dafür mit euren Satzungen, die das Volk für Gottes Wort annehmen muß. Ist es dann ein Wunder, daß das Volk wider euch Schutz bei den Heiden sucht und ihn auch findet?«

Zusammenhang zwischen Gottesstrafen und Priestersatzungen

Ev07.078,10] Im Anfange hörte das Volk ihn (Pharisäer) ganz ruhig an; aber sowie er wieder von strenger Buße und von großen Opfern zu reden begann, da ward das Volk bald unwillig und sagte: »Ihr schiebet eure groben Sünden immer auf uns armes Volk, - wir sollen dann, wenn es nötig ist, allzeit für euch die Sündenböcke machen! Welche Opfer haben wir schon dem Tempel gebracht! Welche schauderhaften Bußen haben wir schon gewirkt, und ihr sagtet uns, daß Jehova also Sein Volk mit freundlichen Augen gnädig anschaue! In dieser Nacht (eines göttl. Strafgerichtes) aber haben wir Seine Freundlichkeit nur zu gut gesehen, und es leuchtete nur zu klar heraus, daß alle unsere dem Tempel dargebrachten Opfer und alle unsere blutigen Bußwerke zu gar nichts gut waren, sondern es ist nun kein Schein, sondern eine offenbare Wahrheit vor uns, daß alle von uns dargebrachten Opfer und alle von uns geübten Bußwerke, weil sie sicher zu unsinnig waren, da sie über alle mosaischen Satzungen hinausgingen, Gottes gerechten Zorn nur mehr anfachten als besänftigten. Und daran schulden wahrlich nicht so sehr wir als vielmehr ihr Priester, die ihr denn in dieser Zeit infolge eurer zu großen priesterlichen Herrschsucht uns schon zu gar vielen Schand-und Greueltaten angeleitet habt, indem ihr sagtet: "Wenn ihr dies oder jenes tuet, so werdet ihr von Mund auf in den Himmel kommen!" Und somit seid nur ihr diejenigen, die den Zorn Gottes angefacht haben, und nicht wir, die wir uns leider stets getreu an das hielten, was ihr uns gelehrt habt, und allzeit das getan haben, was ihr von uns verlangt habt. Bringet nun vielmehr ihr große Opfer und wirket eine rechte Buße für die vielen Sünden, die ihr an uns und an den vielen von Gott gesandten Propheten verübt habt, dann wird sich Gott unser schon wieder annehmen. So, dieser Meinung sind wir Volk!«

Charakterliche Folgen geistiger Gewaltanmaßung

Ev08.020,11] »... Mit dem Mußgesetz (maßen) sich die Gesetzverkünder sogleich eine höhere, nur ihnen zukommende Gewalt an, (werden) darum bald stolz, hochmütig und herrschsüchtig...«

Jesu Aufhebung bzw. Ignorierung von Tempelsatzungen

Nichtigkeit eigenmächtiger Satzungen vor Gott

Ev09.001,04] »Was sorget ihr euch, durch das Gehen auf dem Wege den Sabbat zu entheiligen? Hat doch weder Moses noch irgendein anderer Prophet je ein Gebot gegeben, daß man an einem Sabbat nicht reisen solle; die neuen Tempelsatzungen aber sind keine Gottesgebote und haben vor Gott auch keinen Wert...«

Jesu Aufhebung der verfälschten Tempelsatzung des vierten Gebotes (Kinder-Elternliebe)

Mt.15,01] »Da kamen zu Jesus Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem und sprachen:

Ev02.123,01] Darauf erst tritt der Oberste vor Mich hin und fragt Mich: »Meister, wer sind die, so mit dir zu Tische sind?«

Ev02.123,02] Sage Ich: »Es sind Meine Jünger!«

Mt. 15,02] Warum übertreten deine Jünger die Satzungen der Ältesten? Denn sie a waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen, (a Lk. 11,38)

Ev02.123,03] Sagt weiter der Oberste: »Warum übertreten diese deine Jünger der Ältesten Aufsätze? Sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen!«

Mt. 15,03] Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen?

Ev02.123,04a] Hier erst stand Ich auf, stellte Mich dem Obersten schroff gegenüber und fragte ihn mit einer ernsten Stimme: »Warum übertretet denn ihr Gottes Gebote eurer Aufsätze willen?

Mt. 15,04] Denn Gott hat geboten: »Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.« (2.Mose.20,12; 2.Mose.21,17)

Ev02.123,04b] Gott hat geboten: »Du sollst Vater und Mutter ehren! Wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben!«

Mt.15,05] a Aber ihr lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: Eine Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht, (a 5 und 6 Spr.28,24; 1.Tim.05,08)

Ev02.123,04c] Ihr aber lehret den Sohn und die Tochter, daß sie zu ihren Alten sagen sollen: "So ich für dich, du Vater oder du Mutter, im Tempel opfere, so ist es dir nützlicher, als so ich dich ehre in einem fort nach altem Gebrauche." Und ihr saget zu solch einem Sohne und zu solch einer Tochter: "Also hast du wohlgetan!" - Was aber ist die Folge davon? Sehet! Dadurch geschieht es, daß nun fast niemand mehr seinen Vater und seine Mutter ehrt!

Mt.15,06] der braucht seinen Vater nicht zu ehren. Damit habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Satzungen willen.

Ev02.123,04d] Ihr habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen! Wer gab euch dazu das Recht? Weil ihr an Gott noch nie geglaubt habt, so möget ihr solches wohl tun; denn der geistig tot ist, hat kein Gewissen mehr!«

Ev02.123,05] Hier tritt wieder der Hauptmann auf und sagt: »Ah, um die Zeit also ist es? Oh, das muß ich mir ganz besonders notieren! Solche Gottesdiener seid ihr? Darum also könnet ihr das sicher rein Göttliche unseres Meisters und Heilandes nicht anerkennen?! Euer Gott ist also bloß zuerst euer Bauch, und dessentwegen eure Gold- und Silbersäcke! Nun, nun, ich kenne euch nun ganz genau. Verhandelt nun nur weiter miteinander!«

Ev02.123,06] Sagt der Oberste: »Wir sind Gottes Diener nach der Ordnung Aarons!«

Mt.15,07] Ihr Heuchler, wie fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen (Jes.29,13):

Ev02.123,07a] Sage Ich: »Oh, ihr elenden Heuchler! Es hat wohl Jesajas von euch geschrieben und geweissagt

Mt. 15,08] Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir;

Ev02.123,07b] »Dies Volk naht sich zu Mir mit seinem Munde und ehrt Mich mit seinen Lippen, aber sein Herz ist ferne von Mir!

Mt. 15,09] vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.«

Ev02.123,07c] Aber vergeblich dienen sie Mir, dieweil sie dem Volke geben solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind!««

Ev02.123,08] Sagt der Oberste: »Wegen unserer Satzungen, die den Menschen auch heilsam sind, heben wir die Gebote Gottes nicht auf!«

Ev02.123,09] Sage Ich: »Ich habe es euch schon gezeigt bei dem einen Gebote Gottes; wollt ihr auch hören, wie ihr all die andern Gebote Gottes in den Staub tretet und über sie eure Satzungen bis in den Himmel hineinragend stellet?«

Ev02.123,10] Sagt der Oberste: »Solches laß des Volkes wegen; denn es ist viel Volk hier!«

Ev02.123,11] Sagt der Hauptmann: »So gebet ihr dem Meister vor dem Volke das Zeugnis, daß Er als vollkommen recht nach dem Gesetze Gottes lebt und handelt!«

Ev02.123,12] Sagt der Oberste: »Das können wir nun nicht tun; das kann erst vom Tempel aus geschehen durch den gesalbten Hohenpriester!« ...

Mt.15,10] Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Hört zu und begreift's:

Ev02.125,01] Da rief Ich sogleich alles Volk zusammen, das zum Teil aus den ziemlich vielen Einwohnern der Stadt bestand, die an diesem Tage, als am Vorsabbat, einen Feiertag machten.

Ev02.125,02a] Als das Volk beisammen und der Saal nahezu vollgefüllt war, sagte Ich zum Volke: »Höret zu, und vernehmet Mich wohl!

Mt.15,11] a Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein, (a Apg.10,15; 1.Tim.04,04; Tit.01,15) '

Ev02.125,02b] »Was zum Munde eingeht, das verunreinigt den Menschen nicht; aber was zum Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen. Mit ungewaschenen Händen das Brot essen, verunreinigt keinen Menschen. Das sage Ich euch allen und hebe somit für ewig solche Menschensatzung auf!« - Da fing alles Volk an zu jubeln und lobte Mich.

Mt.15,12] Da traten seine Jünger zu ihm und fragten: Weißt du auch, daß die Pharisäer an dem Wort Anstoß nahmen, als sie es hörten?

Ev02.125,03] Da traten aber auch die Jünger zu Mir und fragten Mich und sprachen: »Hast Du wohl gemerkt, wie grimmig sich die Pharisäer geärgert haben, als sie Dich solches Wort aussprechen hörten?«

Mt.15,13] Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen, a (a Apg.05,38)

Ev02.125,04a] Sage Ich laut zu den Jüngern: »Alle Pflanzen, die nicht Mein himmlischer Vater gepflanzt hat, werden ausgerottet.

Mt.15,14] Laßt sie, sie sind a blinde Blindenführer! Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen sie beide in die Grube, (a Mt.23,24; Lk.06,39; Röm.02,19)

Ev02.125,04b] Lasset sie fahren! Sie sind blinde Blindenleiter. Wo aber ein Blinder einen Blinden führt, da fallen doch sicher beide in den Graben! Diese können sich ärgern wie sie wollen; denn ihr Vater ist ein anderer als der unsrige. Unser Vater ist oben - und der ihrige unten!«

Ev02.125,05] Als die Pharisäer solches vernahmen, da wurden sie gelb, grün und feuerrot vor Zorn und Wut; und der Oberste sagte, mit zwar bebender Stimme: »Wir haben nun genug gehört! Er hat Gott und uns gelästert! Nun wissen wir, mit wem wir es zu tun haben, und wer dieser Jesus aus Nazareth ist! Lasset uns daher von dannen ziehen und laut verkünden dem Hohenpriester, welch ein Mensch dieser Nazaräer ist!«

Verfälschung des vierten Gebotes durch Pharisäersatzungen; Recht auf Gehorsamsverweigerung

Ev03.212,04] (Jurah:) »Weißt du denn nicht, daß bezüglich der Pflichten der Kinder gegen ihre Eltern schon lange ein neues Gesetz besteht, demnach ein Sohn oder eine Tochter besser tut, ein Opfer in den Tempel zu legen, denn zu ehren Vater und Mutter?! Dies neue Gesetz hebt zwar das alte nicht auf, aber es stellt ein besseres Mittel zur Erlangung der Mosaischen Verheißung dar, als da ist das Mosaische Gesetz selbst. Ich möchte aber eben, weil die außerordentliche Gelegenheit sich nun so wunderbar gefügt hat, mit dem Urgesetzgeber Selbst zu reden, erfahren, was der Herr zu solchem neuen Gesetze sagt!

Ev03.212,05] Einesteils, wenn ein Kind gar schlechte und verworfene Eltern hat, scheint mir dies Gesetz ganz am rechten Platze zu sein; aber wenn ein oft von Natur aus leichtfertiges Kind gar gute und würdige Eltern hat, die von ihren Kindern wohl vor Gott und allen Menschen alle Achtung, Liebe und Ehre verdienen, da scheint mir dieses gut zu templisch habsüchtig aussehende Gesetz wieder durchaus nicht am rechten Platze zu sein. Das ganze Gesetz hat einen stark menschlichen Geruch, und es schaut da ganz blutwenig Göttliches heraus; aber da ist irgend wieder ein Gesetz, welches da sagt: "Die da sitzen auf den Stühlen Mosis und Aarons, die sollet ihr allzeit anhören und tun, was sie euch gebieten!"

Ev03.212,06] Dies Gesetz ist aber auch ein rechtes Kamel, auf dem die Pharisäer schon gar manche falsche und schlechte Ware als eine echte in den Tempel hineingeschwärzt haben, und das Volk muß sie für den hohen Preis seiner moralischen Freiheit als vollkommen echt erkaufen. Das ist eine schlimme Sache, und mir kommt so ein nur gewissen Menschen das ausschließende Privilegium gebendes Gesetz wie ein höllisches Loch vor, durch das der Satan stets Eintritt ins Heiligtum erhält; denn diese privilegierten Heiligen übernehmen sich, werden anfangs gewisserart frommstolz mit einer Hülle von heiligem Prophetennimbus umdunstet, später aber dann im vollsten Ernste herrscherisch und übertyrannisch, hochmütig und über alle Maßen stolz, - sitzen aber noch auf den Stühlen Mosis und Aarons! Ich aber meine, Bruder, - weißt du, so unter uns gesagt! - da könnte dann schon gleich lieber der Satan selbst diese heiligen Stühle in Beschlag nehmen! Und von solchen wahren Stellvertretern des Satans auf den Stühlen Mosis und Aarons sind viele böse Menschensatzungen an die Stelle der allgöttlichen getreten, und wir mußten sie speisen, weil das kamelähnliche Höllenlochgesetz befiehlt, die zu hören, die auf den heiligen Stühlen sitzen, und zu tun, was sie gebieten.

Ev03.212,07] Ja, das Gesetz an und für sich wäre wohl ganz in der Ordnung, wenn man die Versicherung hätte, daß auf den heiligen Stühlen allzeit nur die allerwürdigsten Nachfolger Aarons und Mosis predigen würden; aber welch ein wahres Drachenvolk ist nicht schon auf den heiligen Stühlen gesessen und hat von selben nicht selten die empörendsten Gesetze dem sehenden Volke wie einen scharfen Sand in die offenen Augen geschleudert, daß es darauf zum größten Teile erblinden mußte! Und solche, allen Wahnsinn übersteigenden Gesetze bestehen dann zur größten Qual der Menschheit fort, und niemand getraut sich mehr, dieses Joch abzuschütteln. Da fragt denn doch am Ende die reine Vernunft, ob Gott etwas davon wisse, oder ob es überhaupt einen Gott gibt, der solch einen Greuel in Seinem Heiligtume ansehen kann!

Ev03.212,08] Nun, darüber so eine Aufhellung von Ihm Selbst würde unsereinem denn doch wohl den reinsten und wahrsten Sachverhalt zu zeigen im allerbesten Stande sein, und ich möchte darum nun geradewegs eine Frage an Ihn stellen! - Was meinst du, soll ich's wagen oder nicht?«

Ev03.213,01] Antworte gleich Ich statt des Schabbi und sage: »Höre, du Mein Freund Jurah, deine Frage ist gerecht und von großer Wichtigkeit; du brauchst sie Mir nicht zu wiederholen, denn Ich weiß es ohnehin, wo euch der Schuh drückt!

Ev03.213,02] Sieh, es ist wahr, daß es ein Gebot gibt, aus der Zeit der Richter aber erst, allwo es durch den Mund eines Sehers geboten wird, jene zu hören, die da auf den Stühlen Mosis und Aarons sitzen, und zu tun, was sie aus dem Geiste des Herrn anordnen; aber nur dann, wenn ihre Werke gut sind. Sind deren Werke schlecht, so sollen sie von den Stühlen verstoßen werden von den würdigsten Nachkommen Levis.

Ev03.213,03] Es verstanden aber die auf den erwähnten Stühlen Sitzenden, ihre Werke sehr zu bemänteln. Es saßen und sitzen noch statt der würdigen Nachfolger Mosis und Aarons nur reißende Wölfe in Schafspelzen auf den heiligen Stühlen und haben als solche Gesetze als göttlichen Willen unters Volk geschleudert, vor denen die Welt sogar erschauern muß!

Ev03.213,04] Denket aber zurück, wie oft Ich diese falschen Nachkommen Mosis und Aarons durch den Mund der geheiligten Propheten habe allerernstlichst ermahnen lassen, und wie oft Ich sie mit der schärfsten Rute gezüchtigt habe! Was aber hat es genützt? Es ward auf eine Zeit wieder besser; aber bald darauf wieder noch schlechter denn früher, bis es nun so schlecht geworden ist, daß es wohl nimmer schlechter werden kann. Sie haben das Maß aller Schlechtigkeit vollgemacht, und nur ein paar Tropfen noch, und es wird sofort überzulaufen anfangen und sie alle wie eine Flut Noahs verderben machen; des kannst du völlig versichert sein!

Ev03.213,05] Wie aber viele, so ist auch das Gesetz der Opferung im Tempel an Stelle des Mosaischen bezüglich der Kinderpflichten gegen ihre Eltern ergangen. Im Anfange hat es ein ganz gutes und gerechtes Aussehen gehabt und bezog sich nur auf jene Kinder allein, deren Eltern - wie es häufig der Fall ist - wahre Auswürfe der Menschheit waren. Diese hatten aber merkwürdigerweise oft gar recht gute und brave Kinder, die gottergeben das Kardinalschlechte (Grundschlechte) ihrer Leibeseltern gar wohl erkannten und einsahen. Die Forderungen, die ihre bösen Eltern an sie stellten, machten ihnen die Haare sich zu Berge sträuben; aber im unverstandenen Gesetze Mosis stand, die Eltern vor allem durch Gehorsam zu ehren!

Ev03.213,06] Aus solchen Gründen fragten dann in einer noch ganz guten Tempelzeit solche unglücklichen Kinder im Tempel an, was sie tun sollten, und sagten: "Es sei allerdings wahr, daß Moses aus Gott geboten habe, den Eltern zu gehorchen und sie also hoch zu achten und zu ehren sein Leben lang, auf daß man lange lebe und es einem wohlergehe auf Erden; aber Moses habe auch geboten, nicht zu töten, nicht zu stehlen, kein Falsch zu reden, nicht Unkeuschheit zu treiben mit den Jungfrauen und noch weniger zu begehren des Nächsten Weib. Solches alles aber geböten ihnen nun ihre argen Eltern! Was sollten sie nun tun, um sich an keinem Gebote Mosis zu versündigen?"

Ev03.213,07] Da sprach der vom Geiste Gottes wohl durchströmte Hohepriester: "Stehet ab von solchen euren Leibeseltern, opfert eine Gabe statt dem schlechten Gehorsam und betet zu Gott, und es wird das besser sein für euch und durch die Gnade von oben auch für eure ungeratenen Eltern!"

Ev03.213,08] Und da geschah es denn, daß solche Kinder ihre argen Alten verließen, brachten dem Tempel für sich und für ihre argen Alten ein Opfer und suchten dann bei guten Menschen Dienste zu bekommen, um da ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen.

Ev03.213,09] Bisher und insoweit war dies Gesetz ganz völlig göttlichen Ursprungs. Aber mit der Zeit haben die argen Wölfe, die in Schafspelzen auf den Stühlen Mosis und Aarons saßen, dies Gesetz verallgemeinert, und da konnten denn auch ungeratene Kinder ganz guter und braver Eltern sich durch Opfer von dem Gehorsam gegen ihre Eltern loskaufen, um dann ganz frei und gewissenlos sündigen zu können!

Ev03.213,10] Es ward dadurch das doppelte Gebot Gottes auch zweifach verdrängt und an dessen Stelle eine rein höllisch-menschliche Satzung gestellt, die natürlich vor Gott, weil gänzlich wider Seine Ordnung, ein Greuel der Greuel sein muß; denn da muß ja doch ein nur ein wenig reiner denkender Mensch auf den ersten Blick einsehen, daß solch eine Satzung nie und nimmer göttlichen, sondern nur rein höllischen und satanischen Ursprunges sein kann! Übrigens wird dies alles nun gar bald sein Ende nehmen, und es wird dann dawider nicht viel mehr zu eifern geben.

Ev03.213,11] Es ist ja sonst doch ganz sicher in aller Ordnung, daß ein Schwacher sich von einem Starken führen läßt! Die Eltern aber sind doch allzeit stärker denn ihre Kinder, und es ist darum ganz in aller Ordnung, daß sich die Kinder von ihren Eltern führen lassen; wenn aber der Schwache merkt, daß ihn der Starke in einen verderblichsten Abgrund stürzen will, so tut der Schwache sehr wohl daran, sich dem Starken zu entwinden und einen sichern Ort sich auszusuchen.«

Verhalten im Konfliktfalle zwischen Gotteswort und Menschensatzungen

Ev09.069,11] »Was sie als reines Wort Mosis und der Propheten predigen, das höret an, und tut nach dem reinen Worte; aber an ihre eigenen Satzungen haltet euch nicht, denn diese sind vor Gott ein Greuel!«

Göttliche Gebote stehen über Tempelsatzungen

Ev07.206,09] Sagte Ich: »Höre, wenn Ich dereinst Meine große Arbeit beginnen werde, so werde Ich die Priester nicht fragen, ob Ich solch eine große Arbeit, die sehr wider ihre eitlen Tempelsatzungen gerichtet sein wird, werde unternehmen dürfen oder nicht, sondern Ich werde die große und schwere Arbeit unternehmen aus Meiner höchsteigenen Macht und Kraft! Denn was vor Gott recht ist, das muß auch vor allen Menschen recht sein, ob sie das Rechte wollen oder nicht!«

Wann Tempelsatzungen/Kirchengebote zu halten sind, wann nicht

Him2.375,04] Da ich aber der Jünger Not gar wohl merkte, so sprach Ich zu ihnen: »Wahrlich, auf dem Stuhle Mosis sitzen die Hohenpriester, Schriftgelehrten, Leviten und auch die strengen Pharisäer, so sie aus dem Stamme Levi sind. Was sie euch lehren aus der Schrift, das haltet und befolget! Aber ihren Taten folget nicht und ihren eigenen Satzungen auch nicht! Denn diese sind nicht von Gott, sondern sind eitles Menschenwerk gegen den Willen Gottes, weil sie, diese Mosisnachfolger, dadurch nur ihre eigenen irdischen Vorteile und nicht im geringsten die Erfüllung des göttlichen Willens bezwecken wollen.

Him2.375,06] Folget ihrer Lehre, wo sie Mein Wort und die Demut und die Liebe verkündigen. Aber ihren Werken und Satzungen folgt nicht, so sie wider Mein Wort gerichtet sind und nur der Priester irdische und weltliche Vorteile im Schilde führen; und lasset euch von denselben nicht beirren und irgend breitschlagen!«

Priestersatzungen sollen völlig durch Lehre Jesu ersetzt werden

Ev04.100,01] »Oh, es genügt lange nicht, nur zu wissen und zu glauben, was nach der Ordnung Gottes und aller Himmel gut, recht und wahr ist, sondern handeln muß man danach in aller Liebe und Freudigkeit des Herzens, dann erst kommt das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit wahrhaft unter euch Menschen und macht euch also erst zu den wahren Kindern Gottes!

Ev04.100,02] Was würde jemandem aber auch nützen alle Einsicht und Erkenntnis, er täte aber nicht danach, sondern bliebe bei der altgewohnten Weltsitte?! Gliche der nicht einem törichten Menschen, der einen Palast zum reinen Geschenke bekommen hat, daß er denselben bewohne mit den Seinen in großer Ruhe und aller Bequemlichkeit?! Dieser Mensch hätte zwar eine große Freude an des Palastes herrlichsten und bequemsten Einrichtungen; aber er ist des höchst unbequemen Wohnens in seiner alten, schmalen und unreinen Hütte von Jugend an gewohnt und bleibt trotz der Einsicht des Guten und überaus Zweckmäßigen des herrlichen und überaus geräumigen Palastes dennoch in der feuchten, ungesunden und höchst unbequemen Hütte mit den Seinigen und klagt aber in einem fort über die großen Mängel seiner engen Behausung!

Ev04.100,03] Ja, wenn so ein Mensch nicht ein Narr ist, so ist doch kein Narr in dieser Welt! Aber ein noch bei weitem größerer Narr ist der, welcher Meine Lehre hat und sie als ewig wahr erkennt, dabei aber in all seinem Handeln dennoch stets ein alter Jochochse verbleibt!

Mt.11,30] Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht a (a Lk.11,46; 1.Joh.05,03)

Ev04.100,04] Ich sage es euch allen: Gar sanft ist Mein euch an den Dienstnacken gelegtes Joch und überaus leicht die euch zum Tragen auferlegte Bürde. Wer sie tragen wird, wird eine leichte Mühe haben. Wer sie aber nicht tragen wird, der wird es sich nur selbst zuzuschreiben haben, so es ihm schlecht und bitter und jämmerlich ergehen wird. Erweiset euch gegenseitig eine rechte Liebe, so werdet ihr auf sanften und überweichen Kissen ruhen! Wollet ihr aber lieber Steine unter euren Häuptern haben, so möget ihr sie auch haben; aber dann klage am Morgen des Lebens ja niemand, daß sein Haupt auf dem Steine wund und schmerzhaft geworden sei!

Ev04.100,05] So du einen treuen Diener hast und einen ungetreuen, bist du nicht ein riesenhafter Esel, so du den treuen Diener darum von dir entfernest, weil er um vieles kürzer in deinem Hause ist als jener echte, alte Spitzbube, der dich noch bei jeder Gelegenheit nach aller deiner Länge und Breite betrogen hat?! Darum muß von euch alle Altdienerei ganz verschwinden; denn sie taugt nicht zur reinen Lehre aus dem Himmel, und diese Lehre ist nicht nur so ein neuer Lappen zum Ausstopfen eines alten, ganz zerrissenen Rockes, sondern sie ist für sich ein ganz neues, fertiges Kleid, dem der alte, schlechte Rock ganz Platz machen muß!

Ev04.100,06] Ich aber verstehe unter dem alten Rocke ja nicht etwa Moses und die Propheten - denn diese sind ein reinstes Gold aus den Himmeln -, sondern eure Menschensatzungen verstehe Ich unter dem Bilde des alten, zerrissenen Rockes. Aus diesen und aus den Satzungen des Tempels ist nichts mehr zu machen; denn setzte man da auch irgendeinen ganz neuen Fleck auf einen weitklaffenden Riß, so könnte man ihn doch nicht annähen, weil des alten Rockes zu morsch gewordener Stoff keinen Stich mehr halten würde.

Ev04.100,07] Moses hat zwar für die damalige Zeit eine Verfassung für den ganzen Haushalt und für alle Bedürfnisse und Nöte der Menschheit dem israelitischen Volke gegeben; diese wurde aber schon ganz entstellt, und taugte auch als unentstellt zu dieser Meiner Lehre nicht mehr. Denn so man pflügt, kann man nicht Ernte halten; so aber das gesäte Weizenkorn reif geworden ist, da dinget man Schnitter, und dann taugt der Pflug nicht unter den Schnittern. Moses hat gepflügt, die Propheten haben gesät, und nun ist die Schnitt- und Erntezeit herbeigekommen, in der man Moses mit dem Pfluge in der Hand nicht mehr brauchen kann. Wir werden nun wohl Ernte halten und bringen in unsere Scheuern, was da nur immer reif ist; aber nach der Ernte wird euch wieder der Pflug Mosis in die Hände gegeben werden zum neuen Auflockern des Erdreichs und zur neuen Ansaat eines reinsten Weizens aus den Himmeln, und es werden da Hüter bestellt werden, die da wohl achthaben werden, daß kein Feind komme und Unkraut säe unter den reinsten Weizen!«

Ev04.101,01] Wohl wird die Erde neu bebaut werden, wohl wird der reinste Same in die frischen Furchen gestreut werden, und es werden Hüter bewachen den Acker, - aber dennoch erschaue Ich schon eine Menge Unkrautes unter dem neuen Weizen! Wie kommt das unter den Weizen?

Ev04.101,02] Ja sehet, das ist eine Sünde der Hüter! Sie schliefen ein, als die Nacht kam; denn sie dachten und sagten: »Wer wird es wagen, so wir den Acker umstellt halten?!«

Mt. 13,25] Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.

Ev04.101,03] Aber als sie schliefen, schlich sich der Feind auf den Acker und streute schnell seinen bösen Samen über den Acker.

Mt.13,26] Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.

Mt. 13,27] Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?

Ev04.101,04] Und als morgens die Hüter merkten, daß unter dem Weizen auch eine Menge Unkrautes zum Vorscheine gekommen ist, eilten sie freilich zum Herrn und sagten: »Herr! Den reinsten Weizen, wie du ihn uns gegeben hast, haben wir in den ebenso lautern Erdboden gesät und hüteten wohl den schönsten Acker; aber was nützte all das?! Nun kam denn doch der Feind, irgend heimlich von uns unbemerkt, und hat viel Unkrautes unter den Weizen gestreut! Es geht nun wucherisch auf! Sollen wir es ausjäten oder wachsen lassen?«

Mt. 13,28] Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten?

Ev04.101,05a] Was wohl wird der Herr ihnen zur Antwort geben? Ich sage es euch, daß er also reden wird: »Dieweil ihr nicht wach geblieben seid zur Zeit der Nacht, die da ist eine Lebensprobe für jeden Menschen, so hatte der Fürst der Finsternis ja doch ein leichtes Spiel, sein Unkraut unter meinen Weizen zu säen! Lasset aber nun beides wachsen bis zur Zeit der Neuernte; da werden wir den Schnittern sagen:

Mt.13,29] Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.

Mt. 13,30] »Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune, a (a Mt.03,12, Mt.15,13, Offb.14,15)

Ev04.101,05b] "Sammelt zuerst den Weizen und bringet ihn in meine Scheuern, und darauf aber sammelt auch das Unkraut und bindet es in Bündel und macht ein Feuer und verbrennet alle Unkrautbündel, auf daß dessen Same nicht von neuem in die Erde komme und sie verunreinige!"

Ev04.101,06] Ihr fraget nun emsig in euren Herzen und saget: "Wie so, wie das, wie soll man das verstehen?"

Ev04.101,07] Und Ich sage euch, daß dies gar leicht zu verstehen ist. Der Acker ist gleich den Herzen der Menschen dieser Erde; der reinste Weizen ist Meine Lehre; der Pflüger und Säer bin nun Ich Selbst und ihr mit Mir. Die bestellten Hüter seid auch ihr und die, die ihr in Meinem Namen bestellen werdet. Der Herr bin Ich, und Meine Scheuern sind die Himmel. Satan aber ist der Feind, und sein Unkraut ist die arge Welt mit all ihren bösen und todbringenden Gelüsten. Die neu bestellten Schnitter sind jene Boten, die Ich zu seiner Zeit neu aus den Himmeln erwecken und senden werde, zu sammeln den Weizen und zu verbrennen all das böse Unkraut, damit es fürder nicht mehr so leicht verunreinige den Acker und den Weizen. - Nun, werdet ihr das wahre Bild etwa wohl verstehen?«

Aufforderung zum Ungehorsam gegen Tempelsatzungen und zum Gehorsam gegen göttliche Gebote

Ev02.054,05] (Engel:) »... der Herr ist billig in allen Dingen! So ihr im Herzen Ihm anhanget, lebendig an Ihn glaubet, und daß durch Ihn allein die Schrift erfüllt wird und zum großen Teile schon erfüllt ist, so tut ihr genug; sonst aber bleibet, wie ihr seid, auf daß die Diener der Welt und des Teufels, von denen der Tempel vollgestopft ist, nicht vor der Zeit geweckt werden! Lehret das Volk Moses und die Propheten und haltet auf die Beachtung der wahren Gebote Gottes; aber auf die Beachtung der weltlichen Satzungen des Tempels haltet wie auf laues Wasser, so werdet ihr dadurch ebensogut Seine Jünger sein wie jene, die Er aus den Fischern berufen und erwählt hat.«

Schlechte Priestersatzungen ignorieren

Ev02.124,03] Da erhob Ich Mich vollernstlich, wandte Mich an den Obersten und sagte zu ihm: »Also wegen der Nichthaltung eurer gottvergessenen Menschensatzungen kannst und willst du Mir kein Zeugnis geben, und das aus Furcht um deinen elenden Leib? Oh, hättest du Mir ein Zeugnis gegeben, wie glücklich wärest du geworden zeitlich und ewig; aber nun ist es vorbei! Es wird des Menschen Sohn von dir nimmerdar eines Zeugnisses benötigen; denn Seine Werke und Seine Worte geben Ihm das rechte Zeugnis! Auf daß du und deine Gefährten aber sehen, daß des Menschen Sohn keine Furcht vor den Menschen hat, so werde Ich nun all dem Volke vor dir sagen, daß an der Haltung eurer Satzungen gar nichts ist, und daß jeder, der sie nach eurem Sinne beachtet, eine grobe Sünde begeht vor Gott!«

Jesu Aufhebung aller negativen Menschensatzungen

Ev02.125,02] »... Was zum Munde eingeht, das verunreinigt den Menschen nicht; aber was zum Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen. Mit ungewaschenen Händen das Brot essen, verunreinigt keinen Menschen. Das sage Ich euch allen und hebe somit für ewig solche Menschensatzung auf!« - Da fing alles Volk an zu Jubeln und lobte Mich.«

Aufforderung zu völliger Weglassung der jüdischen Priestersatzungen; Jesu Lehre als Ersatz

Ev02.150,02] »... Es sei eure Hauptsorge dahin gerichtet, daß ihr alle Meine Lehre, die schon gegeben ward und noch gegeben wird, treu bewahret und nicht, gleich den Pharisäern und Ältesten, darunter menget eure Satzungen! Eure gegenwärtigen Satzungen müssen vom Grunde ausgereutet werden, und Mein Wort muß vollauf an deren Stelle kommen, und das in der freien Tat, ansonst Mein Geist nicht wirken könnte nach der Verheißung, die den Menschen gegeben ward durch den Mund der Propheten!«

Was von Pharisäern übernommen, was abgelehnt werden sollte

Ev08.120,12] »Du hast nun in allem wohl und wahr geredet, und es ist also. Die Blindheit der Pharisäer ist an allem Argen, das nun unter den Juden gang und gäbe ist, allein schuld. Sie selbst sind blinde Führer der Blinden, die, wenn sie an einen Graben kommen, sicher beide hineinfallen und dann keiner dem andern heraushelfen kann; darum sollet ihr von ihnen auch nichts anderes annehmen und anhören, als nur die Lehren Mosis und der Propheten. Ihre Satzungen aber sollet ihr verabscheuen, gleichwie auch ihre Werke, die eitel böse sind!«

Eigenmächtige Priestersatzungen als Grund für Zorngericht

Charakterisierung des pharisäischen Klerus und dessen eigenmächtige Satzungen

Ev09.121,03] »Ihr gehöret sonach samt dem Hohenpriester und samt allen euren falschen Propheten, als da sind die Ältesten, Schriftgelehrten, Pharisäer und Leviten zu Jerusalem und also auch in den Synagogen allerorten des ganzen Judenlandes, zu eben jenen falschen Propheten, von denen der Herr im Propheten Hesekiel also spricht:

Ev09.121,04] (Hes.13,02:) »Du Menschenkind, weissage wider die Propheten Israels, und sprich zu denen, die aus ihrem eigenen Herzen und Sinne weissagen: Höret des Herrn Wort! (Hes. 13,03:) Also aber spricht der Herr Herr: Wehe den tollen Propheten, die ihrem eigenen Geiste folgen, da sie doch niemals ein Gesicht hatten und einen Ruf vernommen haben!

Ev09.121,05] (Hes.13,04:) O Israel, deine Propheten, an denen du hängst, sind gleich den Füchsen in der Wüste! (Hes.13,05:) Sie treten nicht vor ihre Löcher (aus Furcht, gefangen zu werden) und machen sich also auch nicht zu Hürden um das (bedrängte) Haus Israel und stehen nicht im Streite am Tage des Herrn (Probezeit für den wahren Glauben). (Hes.13,06:) Ihre vorgeblichen Gesichte sind nichts, und ihre Weissagungen sind eitel Lügen! Sie sprechen wohl ganz dreist: "Der Herr hat es gesagt!" und wissen es doch klar in sich, daß Er sie niemals berufen und gesandt hat, und mühen sich nur darum in wildem Eifer, auf daß sie erhalten ihre Dinge (zu ihrem Weltlebensbesten).

Ev09.121,06] (Saget, ihr falschen Propheten, alle:) (Hes.13,07:) Ist es etwa nicht also, daß eure vorgeblichen Gesichte nichts und eure Weissagungen eitel Lügen sind? Und doch sprechet ihr zum Volke: "Der Herr hat es gesagt!", - so Ich mit euch nach eurem guten Wissen doch niemals geredet habe!«

Tempelsatzungen als Grund für Zorngerichte Gottes

Warum Kleruslügen und Heuchelei durch Wahrheit entlarvt werden und Propheten umkommen werden

Ev09.121,07] (Hes.13,08:) Darum spricht der Herr weiter also: "Weil ihr dem Volke das prediget, daraus nichts wird, und dem Volke Lügen weissagt, so will Ich Selbst an euch (dem Volke eure List enthüllen), spricht der Herr (Hes. 13,09:) Und Meine Hand soll über jene Propheten kommen, die das predigen, daraus nichts wird, und Lügen weissagen! Sie sollen in der Versammlung Meines Volkes nicht sein, in die Zahl des Hauses Israel nicht geschrieben werden, noch in das Land Israel kommen; und ihr sollet erfahren, daß Ich der Herr Herr bin! (Hes.13,10:) (Und Meine Hand soll darum über sie kommen,) dieweil sie Mein Volk verführen und zu ihm sagen: "Der Friede (sei mit dir)!" und dennoch kein Friede da ist.

Ev09.121,08] So das Volk (in Meinem Namen) noch die Wand baut, so kommen sie und übertünchen dieselbe mit ihrem losen Kalk (äußere Scheinfrömmigkeit des irdischen Gewinnes wegen). (Hes. 13,11:) Sprich zu den Tünchern, die mit ihrem losen Kalke tünchen: Ihre Tünche wird von der Wand bald abfallen; denn es wird ein Platzregen kommen und werden große Hagel fallen, die die Tünche abfallen machen werden, und ein mächtiger Wirbelwind wird sie zerreißen. (Unter 'Platzregen' ist zu verstehen das reine Gotteswort, unter 'großem Hagel' dessen feste Wahrheit und unter dem 'mächtigen Wirbelwind' die Macht der Wahrheit) (Hes.13,12:) Sieh, also wird mit der Tünche auch die verdorbene Wand einfallen! Was gilt es, daß man dann zu euch sagen wird: "Wo ist nun das, was ihr getüncht habt?"

Ev09.121,09] (Hes.13,13:) Also spricht der Herr Herr: Ich werde in einem Wirbelwind alles (Falsche) niederreißen lassen in Meinem Zorne und große Hagelsteine in Meinem Grimme; die sollen alles umstoßen! (Hes.13,14:) Also will Ich die Wand umstoßen und zu Boden werfen, die ihr mit losem Kalk übertüncht habt, und man soll, so sie zertrümmert am Boden liegt, ihren falschen Grund sehen, und ihr falschen Propheten sollet dabei auch umkommen und erfahren, daß Ich der Herr bin! (Hes.13,15:) Also will Ich Meinen Grimm an der Wand und an denen auslassen, die sie mit losem Kalk tünchen, und will zu euch sagen: Hier ist weder Wand noch ein Tüncher mehr! (Hes.13,16:) Das sind die Propheten Israels, die zu Jerusalem weissagen und predigen vom Frieden, so doch (unter ihnen selbst) kein Friede ist, spricht der Herr Herr.

Priestersatzungen als Unheilsbringer

Ev09.121,10] (Hes.13,17:) Und du, Menschenkind (Hesekiel), richte dein Angesicht auch wider die Töchter in deinem Volk, welche auch weissagen in ihrem Herzen, und weissage wider sie (Hes.13,18:) und sprich: Also spricht der Herr Herr: Wehe euch, die ihr Kissen machet den Leuten unter die Arme und Pfühle (Polster) unter die Häupter, beides für jung und alt, um ihre Seelen zu fangen, und, so ihr die Seelen gefangen habt unter Meinem Volk,

denselben das ewige Leben verheißet! (Hes.13,19:) Und also entheiliget ihr Mich im Volke um einer Hand voll Gerste und eines Bissen Brotes willen dadurch, daß ihr die Seelen, statt zum Leben, zum Tode verurteilet, die doch nicht sterben sollen, und verurteilet die zum Leben, die (nach ihrem gottlosen Wandel) doch nicht leben sollten, durch eure Lügen unter Meinem Volke, das gerne Lügen hört.

Ev09.121,l 1] (Hes.13,20:) Darum spricht der Herr Herr: Siehe, Ich will über eure Kissen herfallen (wie ein Löwe), mit denen ihr die Seelen fanget und fälschlich vertröstet! Ich will sie von euren Armen wegreißen und die Seelen, die ihr fälschlich vertröstet und für den Tod gefangen habt, losmachen. (Hes. 13,21:) Also will Ich auch eure Pfühle (Polster) zerreißen und Mein Volk aus eurer Hand erretten also, daß ihr es nicht mehr fangen sollet, - und also sollet ihr erfahren, daß Ich der Herr bin! (Hes.13,22:) Ich will und werde darum das tun, weil ihr die Herzen der Gerechten fälschlich betrübet, die Ich Selbst doch niemals betrübt habe, und stärket aber dafür die Hände der Gottlosen, auf daß sie sich von ihrem bösen Wesen ja nicht bekehren und dadurch zum Leben gelangen mögen. (Hes.13,23:) darum sollet ihr nimmerdar unnütze Lehre predigen noch weissagen! Ich will demnach Mein Volk aus euren Händen reißen, und ihr sollet es erfahren, daß Ich ganz allein nur der Herr bin!«

Ev09.121,12] Siehe, Mein Freund, also hat der Herr durch den Mund des Propheten geredet zu den falschen Propheten; und was Er geredet hat, das geht nun vor euren Augen völlig in Erfüllung! Wer in dieser Zeit aber ärger denn jemals zuvor die falschen Propheten sind, das brauche Ich euch nicht noch einmal zu sagen, da Ich sie euch ohnehin schon zur Übergenüge beschrieben habe.«

Ev09.121,13] »Wer aber«, fraget ihr in euch, »sind denn dann die gewissen Töchter Israels, die auch fälschlich weissagen und für die Menschen Kissen unter die Arme und Pfühle unter den Kopf machen?« Das sind die von euch gezeigten Satzungen, die euch nun nicht mehr allein mit Gerste und Brot, sondern mit allen denkbaren Schätzen reichlichst versehen.

Ev09.121,14] Auf daß die Menschen ja nicht selbst unter sich die Gesetze des Lebens zu beachten haben, habt ihr es ihnen durch eure Satzungen bequemer gemacht, indem ihr ihnen vorgelogen habt, daß ihr Gesichte gehabt und der Herr Herr es euch geoffenbart habe, daß die Menschen euch lieber größere Opfer darbringen sollen, was Gott um vieles wohlgefälliger wäre denn das eigene, unbequeme Halten der Gesetze, - was euch das von euch blind gemachte und zur Selbsttätigkeit ohnehin stets träge Volk gerne glaubte.

Ev09.121,15] Dadurch aber habt ihr das Volk von Gott und so auch vom Leben der Seelen aus Ihm abgewendet und die Türen zum Reiche Gottes versperrt, auf daß ja kein Mensch mehr zum ewigen Leben seiner Seele gelange.«

Priestersatzungen ermöglichten Freikauf vom Einhalten göttlicher Gebote (Dispens- und Ablaßhandel); Strafkonsequenzen

Ev09.121,16] »Oder bestehen bei euch nun nicht Satzungen, denen nach sich ein Mensch durch reiche Opfer, dem Tempel natürlich und namentlich dargebracht, für eine bestimmte Anzahl von Jahren für die Zukunft von aller Haltung der Gottesgebote loskaufen kann? Er kann dann lügen, stehlen, rauben, morden, Hurerei treiben, ehebrechen und den Sabbat schänden, wie er nur mag und kann, und er begehe keine Sünde!

Ev09.121,17] Ist das dann nicht eine elendeste und allerloseste Kalktünche über die von Gott erbaute Wand zum Schutze Seines Volkes, durch welche Tünche am Ende die Wand selbst unnütze geworden ist und mit der Tünche nun niedergerissen und von neuem aufgebaut werden muß?!

Ev09.121,18] Sind solche eure Lehren und falschen Weissagungen nicht zu vergleichen jenen aus ihren bösen Herzen weissagenden Töchtern, die da sagen: "Da hast du weiche Kissen zur bequemen Stütze deiner Arme, mit denen du nun wohl ruhen kannst, und dazu sanfte Pfühle für deinen Kopf, auf daß du, statt nach den lästigen Gesetzen mühsam zu denken und zu forschen, was vor Gott und den Menschen recht ist, ohne Sorge schlafen kannst!"

Ev09.121,19] Meinst du wohl, Gott hätte es je Uber Sein Volk kommen lassen, daß es von den Heiden beherrscht würde, wenn es nicht durch die grundfalschen Weissagungen und Lehren und Satzungen derart gotüos geworden wäre, daß es sich schon lange bis auf den letzten Menschen aufgerieben hätte, so das die Heiden durch ihre strengen und klugen Staatsgesetze nicht verhindert hätten?

Ev09.121,20] Gott aber sah das große Elend des armen und Seiner hie und da doch noch nicht völlig vergessenden Volkes und führte zu seinem Schutze die Heiden in das Gelobte Land, ansonst es zum vollen Opfer eurer selbstsüchtigsten, argen Willkür geworden wäre.

Ev09.121,21] Wie möget ihr zum Volke sagen, Gott sei viel zu heilig und erhaben, daß Er Sich um das Tun und Treiben der Menschen kümmern möchte. Er gebe darum Seinen Willen nur den höchsten Erzengeln kund, und diese dann auf dem Wege von allerlei Gesichten und inneren Weissagungen nur euch, - und das Volk kann also nur von euch, als den von Gott bestellten Propheten, Seinen Willen vernehmen.«



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