Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Supplemente S. 275

   01] Mit dem habt ihr nun zum voraus, was ihr vom Lukas zu halten habt, das Weitere wird euch schon bei der versprochenen Gelegenheit mitgeteilt werden. Amen.«
   02] »Gelt ja, du Mein lieber Knecht, der auf einem Ohre taube Bär in deinem Traume hat dich auf einen großartigen evangelischen Widerspruch geführt, auf den du früher von deiner Kindheit trotz deines öftermaligen Durchlesens des neuen Testamentes nicht gekommen bist. Ich selbst hätte dich in der Folge schon aufmerksam darauf gemacht. Aber besser ist es für dich und auch für viele andere, daß diese Sache schon jetzt an das Tageslicht gekommen ist, auf daß ein jeder erkenne und einsehe, daß Ich im Geiste nun wieder ganz besonders wahrnehmbar auf diese Erde gekommen bin, um die letzten Arbeiter in Meinen Weinberg zu dingen und aufzunehmen. Und diese Arbeiter sind eben diese weltklugen und weltweisen Philosophen, die sich soeben in dieser Zeit vollernstlich die Mühe nehmen, Mich, wie Ich unter den sogenannten christlichen Sekten jetzt bestehen, ganz auszumerzen und zu vertilgen samt jenen Evangelisten, die erst zwei- bis dreihundert Jahre nach Mir das geworden sind, durch die heidnischen und jüdischen Machinationen, was sie jetzt noch sind.
   03] Die blinde Menschheit, die nichts prüft und noch nie etwas geprüft hat, glaubt teilweise noch jetzt an ein solches zum größten Teil heilloses Machwerk in Meinem Namen.« (d.h. als reines Gottes-Wort)

   04] »Ich will deswegen weder den Lukas, Markus noch Matthäus richten; denn sie haben sich zu ihrer Zeit zum wenigsten die Mühe gegeben - aus dem vielen schon vielfach Verunstalteten Meiner Lehre das Reinste und Beste herauszusuchen. Aber was die materiellen Fakta anbelangt, da haben zum Teile sie selbst gedichtet, und zum größten Teile mußten sie dann doch am Ende aus dem etwas nehmen, was sie aus dem Munde solcher Menschen vernommen haben, die da oft genug dreist keck vorgaben, daß sie von diesem und jenem Augen- und Ohrenzeugen waren. Darauf verglichen sie das mit den ihnen bekannten Stellen aus den alten Propheten und fanden es übereinstimmend, was sie geschrieben haben, und damit war für sie das Kriterium für die Wahrheit dessen, was sie niedergeschrieben haben, vollkommen fertig und gültig.


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