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Kapitelinhalt 43. Kapitel: Geistvolle Naturbetrachtung. Verkehr mit Engeln und dem Herrn selbst.

Originaltext 1. Auflage 1855 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text, Verseinteilung und Überschriften nach 4. Auflage 1969 Lorber-Verlag

01] Was geschieht denn nach einer solchen Predigt?

02] Das Volk dankt dem großen Geiste für die Erleuchtung ihres Aeltesten, der Aelteste danket mit, und segnet alle die Zuhörer nach dem dargebrachten Dankgebete, sodann gehen allesammt wieder aus dem Tempel, und machen auf schöne anmuthige Anhöhen gemeinschaftliche Lustwandlungen, und unterhalten sich da theils mit dem, was sie in der neuen Predigt vernommen haben, theils aber auch mit allerlei Betrachtungen über einen oder den andern Naturgegenstand, der ihnen auffällt, und beseelet sie da Alle eine große Freundlichkeit und gegenseitig ermunternde wirkliche Theilnahme in Allem, was da Einer oder der Andere findet, und zum bewundernden Lobe des großen Geistes darüber bald Dieses, bald Jenes saget.

03] So macht z. B. Einer den Andern über den Bau einer Blume aufmerksam, Einer wieder über die Bewegung eines Wölkchens, der Dritte wieder über ein oder das andere Thierchen, oder über den Flug eines Vogels; wieder ein Anderer vernimmt zuerst irgend einen singenden Vogel, und macht seine Nachbarn darauf aufmerksam, oder Mancher entdeckt irgend den Schimmer eines ferne gelegenen See's oder Flusses, und so giebt es zahllose Gegenstände, bei welchen diese Saturnusbewohner bei solcher Gelegenheit mit ihrer Aufmerksamkeit verweilen und dabei nahe also ausrufen, als da einst ausgerufen hatte der Mann nach Meinem Herzen, so er Meine Werke betrachtet hatte.

04] Ja hier sage Ich auch euch: Wer da meine Werke mit solchen Augen betrachtet, der hat sicher allzeit eine große Lust daran; wer sie aber nur betrachtet mit allein kritischen und gelehrten Augen, der thäte besser, wann er liegen bliebe auf seinem Lotterbette, denn daß er mit ungeweihten entheiligenden Augen hinaus stäche in Meine Werke also, wie da sticht eine Gallfliege in eine euch bekannte Frucht der Eiche, um dadurch ihre verderbliche Brut hineinzulegen, wodurch dann diese Frucht, wann sie zu ihrer schlechten Reife gekommen ist, zu nichts anderem tauglich wird, denn zur Bereitung eines schwarzen Saftes, der da tauglich ist zu schwärzen jede weiße und lichte Fläche, aber nimmerdar zu irgend einer Reinigung dessen verwendet werden kann, das schon einmal entweder schmutzig oder gar schwarz geworden ist.



05] Doch lassen wir dergleichen und gehen wieder auf unsere lustwandelnden Saturnusbewohner über. Wie lange dauert denn diese Lustwandlung? Bis zur Mitte des Tages, alsdann begiebt sich Alles wieder in die Vorhöfe des Tempels; allda wird dem großen Geiste wieder ein Dank dargebracht, und nach diesem aber in den Vorhöfen das Mittagmahl eingenommen.

06] Ist solches vorüber, alsdann wird wieder gedanket, und daselbst geblieben. Einige lustwandeln in den schönen Gängen um den Tempel, und ergötzen sich an der mannigfaltigen Pracht der herrlichsten Blumen, welche in schönen Beeten reichlichst in diesen weiten Vorhöfen und Gängen des Tempels angepflanzt sind. Die Weiber liebkosen ihre Männer und Kinder, und erzählen ihnen mit den allerlieblichsten Stimmen, was sie alles von der Predigt des Aeltesten, wie auch bei der Gelegenheit der Außenlustwandlung Gutes, Wahres, Schönes und Erhabenes vernommen haben.

07] Manchesmal gesellen sich auch bei solcher Gelegenheit sogar Geister und Engel zu ihnen und besprechen sich mit Jedermann über Verschiedenes, was da betrifft den Herrn.

08] Manchesmal erscheint ihnen bei solchen Gelegenheiten sogar der Herr Selbst, zumeist in der Gestalt eines Engels. So lange Er unter ihnen ist, und Sich bespricht bald mit Einem, bald mit dem Andern, weiß nicht einmal der Aelteste, daß es der Herr ist. Nur wann Er eine solche Gesellschaft wieder der Sichtbarkeit nach verlassen will, giebt Er Sich erst zu erkennen, alsdann aber verschwindet Er auch augenblicklich; denn die Saturnusbewohner würden einen längeren erkannten Aufenthalt des Herrn nicht ertragen, darum da ihre Achtung vor ihm also groß ist, daß da nicht Einer sich wagte, Seinen Namen aufrechtstehend auszusprechen, wodurch das Gebot, was ihnen zwar nicht buchstäblich gegeben ist: „Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen", auf das Allerpünktlichste, Genaueste und Heiligste beobachtet wird.

09] Wie lange dauert denn eine solche Vorhof-Konversation? - Bis zum Sonnenuntergange; darauf begiebt sich Alles wieder in den Tempel, lobpreiset und lobsinget da dem großen Geiste.

10] Darauf besteigt der Aelteste wieder den Predigeraltar, machet sie aufmerksam auf alle die großen Wohlthaten dieses Tages, segnet sie dann und die Ceremonie des Feiertages ist zu Ende, nach welcher sich dann Alles wieder dankbarst und fröhlichst nach Hause begiebt.

11] Ist vom Mittagsmahle noch etwas übrig geblieben, so wird es noch im Tempel gar brüderlichst vertheilt, und dankbarst verzehret, und ist nichts übrig geblieben, da wird auch wohl daheim das Abendmahl eingenommen, darauf wird dem Herrn noch ein allgemeiner Dank dargebracht, und der Feiertag ist vorüber, mit ihm auch alle Ceremonie; welche wirklich in nichts anderem besteht, als in Dem, was ihr so eben vernommen habt.

12] Und somit sind auch wir für heute fertig. Nächstens den geistigen Theil.

01] Was geschieht denn nach einer solchen Predigt?

02] Das Volk dankt dem Großen Geiste für die Erleuchtung ihres Ältesten. Der Älteste dankt mit und segnet alle die Zuhörer nach dem dargebrachten Dankgebete. Sodann gehen alle wieder aus dem Tempel und machen auf schöne, anmutige Anhöhen gemeinschaftliche Wanderungen. Hier unterhalten sie sich dann teils über das, was sie in der neuen Predigt vernommen haben, teils stellen sie allerlei Betrachtungen an über einen oder den anderen Naturgegenstand, der ihnen auffällt. Es beseelt da alle eine große Freundlichkeit und gegenseitig ermunternde wirkliche Teilnahme in allem, was einer oder der andere findet und zum bewundernden Lobe des Großen Geistes darüber bald dieses, bald jenes sagt.

03] So macht z.B. einer den andern auf den Bau einer Blume aufmerksam, einer wieder auf die Bewegung eines Wölkchens, der dritte wieder auf ein oder das andere Tierchen oder auf den Flug eines Vogels. Wieder ein anderer vernimmt zuerst irgendeinen singenden Vogel und macht seine Nachbarn darauf aufmerksam, oder mancher entdeckt irgendwo den Schimmer eines ferne gelegenen Sees oder Flusses. Und so gibt es zahllose Gegenstände, bei welchen die Saturnbewohner bei solcher Gelegenheit mit ihrer Aufmerksamkeit verweilen und dabei nahe also ausrufen, wie einst der Mann nach Meinem Herzen, so er Meine Werke betrachte.


04] Ja, hier sage Ich auch euch: Wer Meine Werke mit solchen Augen betrachtet und derselben achtet, der hat sicher allzeit eine große Lust daran. Wer sie aber nur mit kritischen und gelehrten Augen betrachtet, der täte besser, wenn er liegen bliebe auf seinem Lotterbette, als daß er mit ungeweihten, entheiligenden Augen hinaussträte in Meine Werke, so wie eine Gallfliege in eine euch bekannte Frucht der Eiche sticht (Die gewöhnliche Gallwespe legt ihre Eier in die Unterseite des Eichblattes. Es gibt aber auch Arten, welche die Knospen und die Früchte anstechen, so die »Knoppergallwespe«, die in Südosteuropa vorkommt), um da ihre verderbliche Brut hineinzulegen. Diese Frucht, wenn sie zu ihrer schlechten Reife gekommen ist, ist zu nichts anderem tauglich als zur Bereitung eines schwarzen Saftes, der zum Schwärzen jeder weißen und lichten Fläche, aber nimmer zu irgendeiner Reinigung dessen verwendet werden kann, was schmutzig oder gar zu schwarz geworden ist.

05] Doch lassen wir dergleichen und gehen wieder zu unseren lustwandelnden Saturnbewohnern über! - Wie lange dauert denn diese Wanderung? - Bis zur Mitte des Tages. Dann begibt sich alles wieder in die Vorhöfe des Tempels. Hier wird dem Großen Geiste wieder ein Dank dargebracht und nach diesem in den Vorhöfen das Mittagmahl eingenommen.

06] Ist solches vorüber, wird wieder gedankt und daselbst geblieben. Einige lustwandeln in den schönen Gängen um den Tempel und erfreuen sich an der mannigfaltigen Pracht der herrlichen Blumen, welche in schönen Beeten reichlichst in diesen weiten Vorhöfen und Gängen des Tempels angepflanzt sind. Die Weiber liebkosen ihre Männer und Kinder und erzählen ihnen mit den lieblichsten Stimmen, was sie alles von der Predigt des Ältesten wie auch bei der Wanderung Gutes und Wahres, Schönes und Erhabenes vernommen haben.


07] Manches Mal gesellen sich bei solcher Gelegenheit sogar Geister und Engel zu ihnen und besprechen sich mit jedermann über verschiedenes, was den Herrn betrifft.

08] Ja manches Mal erscheint ihnen bei solchen Gelegenheiten sogar der Herr selbst, zumeist in der Gestalt eines Engels. Solange Er unter ihnen ist und sich bald mit einem, bald mit dem andern bespricht, weiß nicht einmal der Älteste, daß es der Herr ist. Erst wenn Er eine solche Gesellschaft wieder der Sichtbarkeit nach verlassen will, gibt Er sich zu erkennen. Alsdann aber verschwindet Er auch augenblicklich. Denn die Saturnbewohner würden einen längeren, erkannten Aufenthalt des Herrn nicht ertragen, da ihre Ehrfurcht vor Ihm so übergroß ist, daß nicht einer wagte, seinen Namen aufrechtstehend auszusprechen - wodurch das Gebot (das ihnen zwar nicht buchstäblich gegeben ist): »Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen!« auf das allerpünktlichste, genaueste und heiligste beachtet wird.

09] Wie lange dauert denn eine solche Vorhof Aussprache? - Bis zum Sonnenuntergang. - Darauf begibt sich alles wieder in den Tempel, lobpreiset und lobsinget da dem Großen Geiste.

20] Nun besteigt der Älteste wieder den Predigeraltar, macht sie aufmerksam auf alle die großen Wohltaten dieses Tages, segnet sie - und die Zeremonie des Feiertages ist zu Ende. Danach begibt sich alles wieder dankbar und fröhlich nach Hause.

11] Ist vom Mittagsmahl etwas übriggeblieben, wird es noch im Tempel gehörig brüderlich verteilt und dankbar verzehrt. Ist aber nichts übriggeblieben, dann wird auch wohl daheim das Abendmahl eingenommen. Darauf wird dem Herrn noch ein allgemeiner Dank dargebracht, und der Feiertag ist vorüber - mit ihm auch alle Zeremonie, welche wirklich in nichts anderem besteht als in dem, was ihr soeben vernommen habt.

12] Und somit sind auch wir für heute fertig. - Nächstens den geistigen Teil!

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