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Kapitelinhalt 32. Kapitel: Der Saturn-Hausknecht Fur, eine zahme Affenart. Vom Saturn-Hund, von Pferden, Schafen und anderen Tierarten.

Originaltext 1. Auflage 1855 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text, Verseinteilung und Überschriften nach 4. Auflage 1969 Lorber-Verlag

01] Was dieses Thier betrifft bezüglich seiner Nutzwirkung, so trägt es dieselbe also wie das frühere Thier seine Farbe, in seinem Namen, d. h. es liegt in dem Namen dasjenige, was dieses Thier thut, und wie es durch diese That nützt den Bewohnern unseres Planeten. Was hat denn hernach dieses Thier für einen Namen, und wie lautet derselbe? - Ihr werdet diesen Namen selbst finden, wenn ihr erst werdet dieses nützliche Hausthier ein wenig in seinem Wirken beschaut haben.

02] Was thut alsonach dieses Thier? - es thut nahe dieselben Dienste den Saturnusbewohnern, als da auf der Erde ein recht treuer und fleißiger Hausknecht sie thut seiner Herrschaft. Kurz und gut, dieses Thier verrichtet mit großer Genauigkeit nahe alle jene Arbeiten, welche ihr auf eurem Erdkörper zu den schweren Arbeiten rechnet; dergleichen Arbeiten sind: irgend einen Acker bestellen, das Wasser nach Hause tragen, das Holz sammeln und es ebenfalls zum Gebrauche der Menschen ihrer Wohnung zutragen, Felder reinigen, auch andere schädliche wilde Thiere jagen, zur Nachtzeit das ganze Hauswesen treu bewachen, und dergleichen Arbeiten noch in der Menge.

03] Also sehet, nach solcher Nützlichkeit wird auch von den Saturnusbewohnern der Name Fur oder nach eurer Sprache: Der treue Hausknecht demselben gegeben.

04] Was somit dieses Thier wirket und thut, und wie es heißet, wüßten wir bereits. Wie sieht aber dieses nützliche Hausthier aus? Das ist nun eine ganz andere Frage. Giebt es auf dieser Erde wohl auch ein der Form nach ähnliches Thier? O ja, auch die Erde hat ähnliche Thiere in ziemlich großer Menge in allerlei Abstufungen; allein auf der Erde sind diese Thiere durchaus wild, was in dem Saturnus wieder gerade der umgekehrte Fall ist, allda eben diese Thiergattung zu den am meisten zahmen Thieren gehören, und also gelehrig sind, daß sie sich in kurzer Zeit zu allerlei menschlichen Verrichtungen abrichten und gebrauchen lassen. Wie heißt denn auf eurer Erde dieses Thier, welches vermöge seiner natürlichen Anlage und körperlichen Beschaffenheit ebenfalls zu den meisten Verrichtungen verwendet werden könnte, so die Menschen es verstünden, dasselbe für's Erste einheimisch zu machen, und dann es abzurichten zu den verschiedensten menschlichen Arbeiten? Sehet, das sind auf eurer Erde die Affen; namentlich vorzugsweise diejenigen, die ihr unter dem Namen Orang-Utang kennet.

05] Diese Thiere sind, wie schon bemerkt wurde, in dem Saturnus gerade die allernützlichsten uud zu allerlei Arbeiten brauchbaren Thiere aus der ganzen Reihe der Thierwelt dieses Planeten. Kostet den Saturnusmenschen etwa ihre Erhaltung sehr viel? O nein, diese Diener sind die wohlfeilsten Diener der Saturnusmenschen, denn sie verlangen von ihnen nichts anderes, als eine gute Behandlung, und manchesmal eine Frucht aus der Hand eines Menschen. Das ist aber auch Alles, was diese Arbeiter von ihrer Herrschaft verlangen.

06] Nur wenn sie von einem Menschen mehrmals roh behandelt wurden, so rächen sie sich gewöhnlich dadurch, daß sie ihm untreu werden und sein Haus gänzlich verlassen; will er sie aber aufhalten mit Gewalt, so hat er mit ihnen einen ziemlich schweren Kampf zu bestehen, von welchem Kampfe allzeit diese Thiere als Sieger davon rennen. Hat aber irgend ein Saturnuseinwohner ein solches Thier wohl irgendwann beleidigt, giebt demselben aber, wenn es fortziehen will, durch mehrere in seiner Hand vorgehaltenen Früchte kund, daß er gewisserart seinen Fehler bereuen und dadurch wieder gut machen will, so kehret ein oder das andere beleidigte Thier auch sobald wieder um und wird wieder, wie zuvor ein treuer Diener seines Herrn.

07] Was ist denn die gewöhnliche Nahrung dieses nützlichen Hausthieres? Die gewöhnliche Nahrung dieses nützlichen Hausthieres besteht in allerlei niederen Baum- und Gesträuch-Früchten, welche sammt und sämmtlich von den Menschen nur gar selten, aber von den bemittelteren gar nicht genossen werden. Aus dem aber könnet ihr gar leicht entnehmen, wie wenig demnach diese Hausdienerschaft ihrer Herrschaft kostet. Wenn ihr noch euch dazu denket, daß für's Erste solcher für den Saturnusmenschen nicht genießbarer Früchte es in großer Menge giebt, und daß für die unzerreißbare Kleidung dieser Arbeiter Ich sorge, so müßt ihr das vorher Erwähnte noch um desto klarer einsehen; nämlich wie überaus billig diese Arbeiter den Saturnusbewohnern zu stehen kommen.

08] Da wir jetzt aber schon so Vieles über ihre Nützlichkeit gesprochen, so wollen wir denn auch sehen, wie diese Thiere geformt sind. Ich habe zwar schon vorher erwähnt, daß diese Thiere eine große Aehnlichkeit mit den Affen eurer Erde haben; jedoch aber, da in diesem großen Planeten gewisserart Alles der Gestalt nach ausgebildeter und vollkommener ist, sind auch unsere treuen Hausdiener viel vollkommener und ausgebildeter als ein sogenannter Orang-Utang euerer Erde. Diese Thiere sehen demnach einem Saturnusmenschen fast nahe also ähnlich, wie auf eurer Erde die sogenannten Buschmenschen ähnlich aussehen einem wohlgebildeten Bewohner Europas, oder des westlichen Theiles von Asien.

09] Nur was die Haut betrifft, so ist diese auch bei diesen Saturnus-Orang-Utangs bis aus die Handflächen und bis auf einen kleinen Theil des Gesichtes dicht mit Haaren besetzt; nur sind die Hände und die Füße in der Regel bedeutend schlanker und somit weniger fleischig, denn bei den Menschen, welche sammt und sämmtlich sehr vollkommen und wohlgebildet sind, und auch durchaus bis auf das Haupt und auf die Geschlechtstheile vollkommen ohne Haare, und was deren Farbe betrifft, so ist selbe nicht selten blendend weiß, nur hie und da in den Ebenen etwas in's leise Braunröthliche übergehend, während die Farbe der Haare dieses Thieres entweder lichtblau, hie und da aber auch mitunter graulicht ist; die haarlosen Theile dieses Thieres aber sind allzeit von blaßrother Farbe.

10] Wie groß ist demnach ein solches Thier? es hat nahe die Größe eines Saturnusweibes; aber so groß, als da ist ein wohlgewachsener Mann, hat man noch nie eines gesehen.

11] Wo ist dieses Thier in diesem Planeten denn zu allermeist zu Hause? Wenn ihr bedenket, daß sich in diesem Planeten alle Continentländer unter einem und demselben Himmelsstriche befinden, so wird es euch auch nicht unbegreiflich sein, so Ich euch sage, daß dieses Thier beinahe in allen Continentländern, und allda vorzugsweise bei den Gebirgsbewohnern gerne zu Hause ist, und das zwar auf dem ganzen Planeten mit sehr geringer Abartung der Form und der Farbe.

12] Doch ist diese Affengattung nicht die einzige, welche diesen Planeten bewohnt, sondern es giebt auch alldort eine nahe für euch unabsehbare Abartungsreihe der Gattungen dieses Thieres; welche aber sammt und sämmtlich sich beständig im ungezähmten und somit wilden Zustande befinden. In manchen Kontinenten ist dieses Thiervolk so zahlreich, daß es nicht selten Heerdenweise auf die Gebirge ziehet, und allda so manche edlen Früchte der Saturnusbewohner eben nicht zu sehr schonet.

13] Aber eben bei solchen Gelegenheiten verrichten unsere treuen Hauswächter einen sehr guten Dienst den Saturnusbewohnern; denn sobald sie eine solche Heerde von irgendwoher sich den Fruchtbäumen der Saturnusbewohner nahend erblicken, da lassen sie augenblicklich Alles im Stiche, und rennen von Zorn und Wuth entbrannt auf diese ungeladenen Schmarotzer los. Wehe da demjenigen Individuum, welches saumseliger Weise in ihre außerordentlich starken Hände geräth; denn das kommt ganz sicher nicht mehr mit dem Leben davon, sondern es wird plötzlich in kleine Stücke zerrissen.

14] Da aber die sämmtlichen kleineren Gattungen dieses Gethieres instinktmäßig wissen, wie sehr unfreundlich sie von ihren großen Geschlechtsgenossen empfangen werden, so geschehen solche Annäherungen auch nur äußerst selten, und dann nur, wenn sie die größte Lebensnoth dazu zwingt; jedoch am Tage wird ein solcher Schritt nie unternommen, sondern nur allzeit dann zur Nachtzeit, wann irgend eine Gegend noch obendrauf unter dem Schatten des Ringes steht, was bei den Saturnusbewohnern ungefähr so viel bedeutet, als bei euch der Winter.

15] Und somit wüßten wir auch alles Denkwürdige, was dieses Thier betrifft, und wollen uns aus dem Grunde nur noch zu einem Hausthiere wenden, welches bei den Saturnusbewohnern, vorzüglich bei demjenigen Theile, welcher die Ebenen und Thäler bewohnt, in großem Ansehen steht.

16] Was ist aber das für ein Thier? - es ist kein anderes, als ein euren Haushunden vollkommen ähnliches Thier. Was aber dessen Nützlichkeit betrifft, so wird es vermöge seiner Stärke und Gewandtheit zu allem Dem gebraucht, wozu ihr eure Pferde gebraucht, mit Ausnahme des alleinigen Reitens, was bei den Saturnusbewohnern durchaus nicht vorkommt, weil für's Erste ein Saturnusbewohner es weit unter seiner menschlichen Würde halten würde, mit seiner edlen Gestalt eine unedle des Thieres zu besteigen; und für's Zweite, weil der Saturnusbewohner mit keiner andern Gelegenheit so schnell weiterkommt, als mit der seiner eigenen Füße.

17] Von diesem Thiere giebt es auch im Saturnus sehr verschiedene Abstufungen oder Racen, wie ihr zu sagen pflegt, welche in den verschiedenen Continenten auch verschiedenartig vorkommen, und bis auf einige gar kleine Gattungen fast alle und überall zu einem und demselben Zwecke verwendet werden.

18] Schön sind diese Thiere am allerwenigsten; ihre Farben sind zwar zumeist den Saturnusthierfarben ähnlich, aber allezeit etwas schmutziger und weniger lebhaft. Zwischen euren Erdhunden und diesen ist daher fast kein anderer Unterschied, als der der Größe, der zufolge eine der größten Gattungen dieser Thiere im Saturnus wohl um's 500fache übertrifft die Größe eurer Hunde. Im Uebrigen aber sind sie, wie schon gesagt, euren Hunden ähnlich, und üben auch im Saturnus, wie bei euch auf der Erde nebst ihrer übrigen Beschäftigung die Hauswächterschaft aus. - Nur ist ihre Stimme nicht ein Bellen, sondern in einem donnerartigen Gemurre bestehend ihnen eigen. Dieses Gemurre ist natürlicherweise bei den größeren Racen stärker, und wie ihr zu sagen pflegt, imposanter, als bei den kleinen.

19] Das ist nun auch schon wieder Alles, was von diesem Thiere bemerkenswerth ist. So ihr etwa fragen würdet, mit der Zeit nämlich: Giebt es denn im Saturnus kein Thier, das da gliche unserem edlen Pferde? Da sage Ich euch, es giebt auch im Saturnus eine Art Pferde, diese aber werden nirgends gezähmt, sondern gehören alldort zu den wilden Thieren.

20] Giebt es im Saturnus keine Schafe? - O ja, aber auch diese werden alldort nicht zahm gehalten, sondern als wild betrachtet, auf die da nicht selten der schönen und weichen Felle wegen Jagd gemacht wird.

21] Und so giebt es in diesem Planeten noch eine Menge Thiergattungen in ähnlicher Form, wie sie da bei euch gezähmt vorkommen, jedoch alldort im wilden und ungezähmten Zustande.

22] Und somit hätten wir auch das gesammte Thierreich in möglichster Kürze dargethan. Wenn ihr eure Gefühlsphantasie nur ein wenig erwecken wollet, so dürfte es euch ein Leichtes sein, zufolge dieser sehr bildlichen Darstellung, euch nahe jedes besonders geschilderte Thier also vorzustellen, wie es im natürlichen Zustande vorkommt in diesem Planeten. Die große Mannigfaltigkeit wird euch einen neuen Beleg geben, wie wunderbar reichhaltig Meine endlos vielen Werke sind, und da diese schon in einem Planeten in solcher großen Mannigfaltigkeit und Schönheit vorhanden sind, um wie viel mehr des Wunderbaren und Großartigen wird da erst eine Sonne auf ihrem weiten Boden bergen; und wie unaussprechlich Wunderbares, Größeres und Mannigfaltigeres erst dann eine geistige Welt, in deren Vergleich eine materielle natürliche nur kaum die äußere todte Rinde eines Baumes zur Anschauung darstellet;

23] jedoch solches und so manches Mehreres will Ich euch vergleichungsweise erst bei der Darstellung des Menschen dieses Planeten kundgeben, und somit lassen wir es für heute bei Dem bewendet sein.

01] Was dieses Tier betrifft, so trägt es seine Nutzwirkung, so wie das frühere Tier seine Farbe, in seinem Namen, d.h. es liegt in dem Namen das, was dieses Tier tut und wie es durch dieses Tun den Bewohnern unseres Planeten nützt.



02] Was tut sonach dieses Tier? Es leistet den Saturnbewohnern nahe dieselben Dienste, welche auf der Erde ein recht treuer und fleißiger Hausknecht seiner Herrschaft leistet. Dieses Tier verrichtet mit großer Genauigkeit beinahe alle jene Arbeiten, welche ihr auf eurem Erdkörper zu den schweren rechnet. Dergleichen Arbeiten sind folgende: den Acker bestellen, das Wasser nach Hause tragen, das Holz sammeln und es ebenfalls zum Gebrauch der Menschen ihrer Wohnung zutragen, Felder reinigen, auch schädliche wilde Tiere jagen, zur Nachtzeit das ganze Hauswesen treu bewachen und dergleichen Arbeiten mehr.


03] Also sehet, nach solcher Nützlichkeit wird diesem Tier von den Saturnbewohnern der Name Fur, oder nach eurer Sprache »Der treue Hausknecht«, gegeben.

04] Was somit dieses Tier wirkt und tut und wie es heißt, wüßten wir bereits. Wie sieht aber dieses nützliche Haustier aus? Das ist nun eine ganz andere Frage. Gibt es auf dieser Erde wohl auch ein der Form nach ähnliches Wesen? O ja, auch die Erde hat ähnliche, sogar in ziemlich großer Menge in allerlei Abstufungen. Allein auf der Erde sind diese Tiere durchweg wild, was auf dem Saturn wieder gerade der umgekehrte Fall ist, da eben ,diese Tiergattung zu den am meisten zahmen Tieren gehört und so gelehrig ist, daß sie sich in kurzer Zeit zu allerlei menschlichen Hilfeleistungen abrichten und gebrauchen läßt. Wie heißt denn auf eurer Erde dieses Tier, welches vermöge seiner natürlichen Anlage und körperlichen Beschaffenheit ebenfalls zu den meisten Verrichtungen verwendet werden könnte, so die Menschen es verstünden, dasselbe zum Haustier zu machen und es dann zu den verschiedensten menschlichen Arbeiten anzulernen. Sehet, das sind auf eurer Erde die Affen; besonders diejenigen, die ihr unter dem Namen Orang-Utan kennt.


05] Diese Geschöpfe sind, wie schon bemerkt, auf dem Saturn gerade die allernützlichsten und zu allerlei Arbeiten brauchbarsten aus der ganzen Reihe der Tierwelt dieses Planeten. Kostet den Saturnmenschen etwa ihre Erhaltung sehr viel? O nein, diese Tiere sind die wohlfeilsten Diener der Saturnmenschen, denn sie verlangen von ihnen nichts anderes als eine gute Behandlung und manchmal eine Frucht aus der Hand eines Menschen. Das ist aber auch alles, was diese Arbeiter von ihrer Herrschaft verlangen.

06] Nur wenn sie von einem Menschen roh behandelt wurden, rächen sie sich gewöhnlich dadurch, daß sie ihm untreu werden und sein Haus für immer verlassen. Will er sie aber mit Gewalt aufhalten, so hat er mit ihnen einen ziemlich schweren Kampf zu bestehen, aus welchem allzeit diese Tiere als Sieger davonrennen. Hat aber irgendein Saturn-Einwohner ein solches Tier wohl irgendwann beleidigt, gibt demselben aber, wenn es fortziehen will, durch mehrere in seiner Hand vorgehaltene Früchte kund, daß er seinen Fehler bereut und dadurch wiedergutmachen will, so kehrt ein oder das andere beleidigte Tier auch alsbald wieder um und wird, wie zuvor, ein treuer Diener seines Herrn.

07] Was ist denn die Nahrung dieses nützlichen Haustieres? Die gewöhnliche Nahrung besteht in allerlei niederen Baum- und Gesträuch-Früchten, welche von den Menschen nur selten, von den bemittelteren gar nicht genossen werden. Aus dem könnt ihr leicht entnehmen, wie wenig diese Hausdienerschaft ihre Herrschaft kostet. Wenn ihr euch noch dazu denkt, daß es solcher für den Saturnmenschen nicht genießbarer Früchte in großer Menge gibt und daß für die unzerreißbare Kleidung dieser Arbeiter Ich sorge, so müßt ihr das vorher Erwähnte noch desto klarer einsehen, nämlich wie überaus billig diese Arbeiter den Saturnbewohnern zu stehen kommen.


08] Da wir jetzt schon so vieles über ihre Nützlichkeit gesprochen, wollen wir auch sehen, wie diese Tiere geformt sind. Ich habe zwar schon vorher erwähnt, daß diese Tiere eine große Ähnlichkeit mit den Affen eurer Erde haben. Jedoch, da auf diesem großen Planeten gleichsam alles der Gestalt nach ausgebildeter und vollkommener ist, sind auch unsere treuen Hausdiener viel vollkommener und ausgebildeter als ein sogenannter Orang-Utan eurer Erde. Diese Tiere sehen demnach einem Saturnmenschen fast so ähnlich, wie auf eurer Erde die sogenannten Buschmenschen einem wohlgebildeten Bewohner Europas oder des westlichen Teiles von Asien ähnlich sehen.

09] Nur was die Haut betrifft, so ist diese auch bei diesen Saturn-Orang-Utans bis auf die Handflächen und bis auf einen kleinen Teil des Gesichtes dicht mit Haaren besetzt. Auch sind die Hände und die Füße in der Regel bedeutend schlanker und somit weniger fleischig als bei den (Saturn-)Menschen, welche meistens sämtlich sehr vollkommen und wohlgebildet und, bis auf das Haupt und auf die Geschlechtsteile, auch durchaus ohne Haare sind. Und was die Farbe betrifft, so ist dieselbe (bei den Saturnmenschen) nicht selten blendend weiß und nur hie und da in den Ebenen etwas ins leise Braunrötliche übergehend, während die Farbe der Haare dieses Tieres entweder lichtblau, hie und da aber auch mitunter grau ist. Seine haarlosen Teile aber sind allzeit von blaßroter Farbe.

10] Wie groß ist eigentlich ein solches Tier? Es hat nahe die Größe eines Saturnweibes; aber so groß wie ein wohlgewachsener Mann, hat man noch nie eines gesehen.

11] Wo ist dieses Tier auf diesem Planeten denn hauptsächlich zu Hause? Wenn ihr bedenket, daß sich auf diesem Planeten alle Kontinentländer unter einem und demselben Himmelsstrich befinden, so wird es euch nicht unbegreiflich sein, wenn Ich euch sage, daß dieses Tier beinahe in allen Kontinentländern und da vorzugsweise bei den Gebirgsbewohnern gerne zu Hause ist, und das auf dem ganzen Planeten mit sehr geringer Verschiedenheit der Form und der Farbe.

12] Doch ist diese Affengattung nicht die einzige, welche diesen Planeten bewohnt, sondern es gibt auch dort eine für euch nahezu unabsehbare Verschiedenheit der Gattungen dieses Tieres, welche aber sämtlich wild sind. In manchen Kontinenten ist dieses Tiervolk so zahlreich, daß es nicht selten herdenweise auf die Gebirge zieht und da so manche edlen Früchte der Saturnbewohner nicht sehr schont.


13] Aber gerade bei solchen Gelegenheiten verrichten unsere treuen Hauswächter den Saturnbewohnern einen sehr guten Dienst. Denn sobald sie eine solche Herde von irgendwoher sich den Fruchtbäumen der Saturnbewohner nahend erblicken, dann lassen sie augenblicklich alles im Stich und rennen, von Zorn und Wut entbrannt, auf diese ungeladenen Schmarotzer los. Wehe da demjenigen frechen Räuber, welcher saumseligerweise in ihre außerordentlich starken Hände gerät! Denn der kommt ganz sicher nicht mehr mit dem Leben davon, sondern er wird sofort in kleine Stücke zerrissen.

14] Da aber die sämtlichen kleineren Gattungen dieses Getiers instinktmäßig wissen, wie sehr unfreundlich sie von ihren großen Gattungsgenossen empfangen werden, so geschehen solche Annäherungen auch nur äußerst selten und dann nur, wenn sie die größte Lebensnot dazu zwingt. Daher wird am Tage ein solcher Schritt nie unternommen, sondern immer nur zur Nachtzeit, wenn die betreffende Gegend noch obendrein unter dem Schatten des Ringes steht (was bei den Saturnbewohnern ungefähr so viel bedeutet, wie bei euch der Winter).


15] Somit wüßten wir auch alles Denkwürdige, was dieses Tier betrifft, und wollen uns aus dem Grunde nun noch zu einem andern Haustier wenden, welches bei den Saturnbewohnern, welche die Ebenen und Täler bewohnen, in großem Ansehen steht.

16] Was ist das für ein Tier? Es ist eurem Haushund in vielem sehr ähnlich. Was dessen Nützlichkeit betrifft, so wird es vermöge seiner Stärke und Gewandtheit zu allem gebraucht, wozu ihr eure Pferde haltet, mit Ausnahme des Reitens, was bei Saturnmenschen durchaus nicht vorkommt. Ein Saturnbewohner würde es weit unter seiner menschlichen Würde halten, mit seiner edlen Gestalt die unedle eines Tieres zu besteigen; und er kommt mit keiner andern Gelegenheit so schnell weiter wie mit seinen eigenen Füßen.



17] auch von diesem Tier gibt es auf dem Saturn sehr verschiedene Abstufungen (oder Rassen, wie ihr zu sagen pflegt), welche in den verschiedenen Kontinenten auch verschiedenartig vorkommen und bis auf einige gar kleine Gattungen fast alle und überall zu einem und demselben Zwecke verwendet werden.

18] Schön sind diese Tiere am allerwenigsten. Ihre Farben sind zwar zumeist den Saturntierfarben ähnlich, aber etwas schmutziger und weniger lebhaft. Zwischen euren Erd-Hunden und diesen ist daher fast kein anderer Unterschied als der der Größe, derzufolge eine der größten Gattungen dieser Tiere im Saturn wohl ums Fünfhundertfache die Größe eurer Hunde übertrifft. Im übrigen aber sind sie, wie schon gesagt, euren Hunden ähnlich und üben auch auf dem Saturn neben ihrer übrigen Beschäftigung die Hauswächterschaft aus. Nur ist ihre Stimme nicht ein Bellen, sondern ertönt in einem donnerartigen Knurren. Dieses Gemurre ist natürlicherweise bei den größeren Rassen stärker und, wie ihr zu sagen pflegt, imposanter als bei den kleinen.


19] Das ist nun auch schon wieder alles, was von diesem Tier bemerkenswert ist. So ihr etwa fragen würdet: Gibt es denn auf dem Saturn kein Tier, das unserem edlen Pferde gliche? Da sage Ich euch, es gibt auch auf dem Saturn eine Art Pferde, diese werden aber nirgends gezähmt, sondern gehören dort zu den wilden Tieren.


20] Gibt es auf dem Saturn keine Schafe? O ja, aber auch diese werden dort nicht zahm gehalten, sondern als wild betrachtet. Und nicht selten wird auf sie der schönen und weichen Felle wegen Jagd gemacht.

21] So gibt es auf diesem Planeten noch eine Menge Tiergattungen in ähnlicher Form, die bei euch gezähmt vorkommen, jedoch dort im wilden und ungezähmten Zustand leben.

22] Und somit hätten wir auch das gesamte Tierreich in möglichster Kürze dargetan. Wenn ihr eure Vorstellungskraft nur ein wenig erwecken wollet, so dürfte es euch ein leichtes sein, zufolge dieser sehr bildhaften Darstellung euch nahezu jedes besonders geschilderte Tier so vorzustellen, wie es im natürlichen Zustand auf diesem Planeten vorkommt. Die große Mannigfaltigkeit wird euch einen neuen Beweis geben, wie wunderbar reichhaltig Meine endlos vielen Werke sind. Und da diese schon auf einem Planeten in solcher großen Mannigfaltigkeit und Schönheit vorhanden sind, um wieviel mehr des Wunderbaren und Großartigen wird da erst eine Sonne auf ihrem weiten Boden bergen und wie unaussprechlich Wunderbares, Größeres und Mannigfaltigeres erst dann eine geistige Welt, in deren Vergleich eine materielle, natürliche nur kaum die äußere, tote Rinde eines Baumes zur Anschauung darstellt.

23] Jedoch solches und so manches mehreres will Ich euch vergleichsweise erst bei der Darstellung des Menschen dieses Planeten kundgeben, und somit lassen wir es für heute bei dem bewendet sein.

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