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Kapitelinhalt 30. Kapitel: Die zahmen Tiere des Saturn. Die Kuh Buka, das nützlichste Saturntier.

Originaltext 1. Auflage 1855 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text, Verseinteilung und Überschriften nach 4. Auflage 1969 Lorber-Verlag

01] Das zarte Thier, das wir betrachten wollen, ist die große zahme Kuh der Saturnnsbewohner, von ihnen Buka genannt. Ihr werdet euch vielleicht mit der Zeit denken: Warum muß denn gerade von der Kuh zuerst die Rede sein, und warum nicht zuerst vom Stiere? Es ist aber hier nicht eine zoologische Aufzählung des Thierreiches, wo nach der gelehrten Ordnung der sogenannten Zoologen nahe allezeit das Männlein vor dem Weiblein einhergehen muß, sondern hier ist eine Aufzählung der Thiere des Planeten nach dem Range ihrer Tauglichkeit, und sonach auch ihrer Denkwürdigkeit. Da also aber die Kuh in diesem Planeten ein viel tauglicheres Thier ist, und also auch viel denkwürdiger, so lassen wir es auch wohlgeordneter Maßen vor dem Männlein, d. h. vor dem Stiere einhergehen.

02] Was ist also unsere Buka für ein Thier? Wie sieht es aus, wie groß ist es, und wo ist es überall zu Hause?

03] Die Buka oder die Saturnuskuh ist ein riesenhaft großes Thier; aber bei seiner Riesengröße dennoch ungemein zahm, und im Verhältnisse zu seiner riesenhaften Größe verzehrt es sehr wenig Futter, aber es trinkt um desto mehr Wassers.

04] Dieses Thier ist unter allen Thieren dieses Planeten das allernützlichste, und macht mit seiner sehr reichlichen und überaus wohlschmeckenden etwas gelblicht aussehenden Milch den vorzüglichsten Nahrungszweig der Saturnusbewohner aus. Ihr möchtet wissen, wie viel nach eurem Maße eine solche Kuh in einem Tage giebt, d. h. in einem Saturnustage? Nachdem der Saturnustag ohnehin nicht viel unterschieden ist von einem Erdtage, so muß es euch nicht gar zu sehr übermäßig wundernehmen, wenn Ich euch sage, daß diese Kuh bei regelmäßig guter Melke des Tages nicht selten 1000 Eimer Milch nach eurem Maße giebt;

05] (NB! Eine solche Kuh dürfte hier auf eurem Erdkörper manchen wirthschaftlichen Industrierittern nicht unerwünscht sein, vorausgesetzt, daß sie eben nicht viel mehr des Futters bedürfte, als eine gewöhnliche Erdkuh, des Wassers aber dazu trinken könnte, so viel sie nur wollte und möchte. Allein nachdem sich solche sehr ökonomische Menschen bei einer solchen Kuh im Geiste allzusehr verwirthschaften möchten, so lassen wir sie nur im Saturnus; ungeachtet dessen es Uns nicht gerade unmöglich wäre, auch auf der Erde eine Saturnuskuh zu erschaffen.)

06] Wie sieht denn hernach im Saturnus eine solche Kuh aus? Was die Form betrifft, so hat sie eine ziemliche Aehnlichkeit mit der sogenannten Auer- Kuh, was aber dann deren Größe betrifft, da ist der Unterschied freilich wohl unvergleichbar groß; ja so groß ist er, daß da eine gewöhnliche Kuh eurer Erde auf dem Rücken einer Saturnuskuh sich kaum größer ausnehmen dürfte, denn eine Fliege auf dem Rücken eurer Kühe. Das Männlein oder der Stier ist nach dem Mud beinahe das größte Thier dieses Planeten. Die Kuh jedoch ist bedeutend kleiner, als das Männlein. Wenn eine solche Saturnuskuh hier auf euerer Erde stünde, so würdet ihr von ihrem Rücken aus eine beiweitem größere Aussicht haben, als so ihr euch auf euerem Plawutschberge befindet, obschon die Größe dieser Kühe in diesem Planeten selbst sehr unterschieden ist;

07] die größte Gattung dieser Kühe befindet sich namentlich in jenem großen Continentlande, welches gleich anfangs der Enthüllung dieses Planeten angezeigt wurde. In diesem Continentlande ist demnach eine solche Kuh nicht selten bei 400 Klaftern hoch, und vom Kopfe bis zum Schweife doppelt so lang. Ihr Leib aber befindet sich auf vier verhältnißmäßig festen Füßen, welche jedoch kürzer sind zum übrigen Leibe verglichen, denn die Füße einer Erdkuh bei euch zu ihrem Leibe. Zwischen den beiden Hinterfüßen hängt ein außerordentlich großes Euter, welches mit acht verhältnißmäßig langen Zitzen versehen ist, die Zitzen hängen aber dennoch über 40 Klaftern hoch über dem Boden, da eine solche Kuh steht.

08] Wie wird denn dann eine solche Kuh gemolken? Nicht also, wie bei euch; sondern eine solche Kuh giebt die Milch von selbst, denn vermöge ihres Organismus steht das Geben oder das Verhalten der Milch bei dem Instinctwillen dieses Thieres. Wie merken aber die Saturnusbewohner, wenn die Kuh die Milch geben will? Solches merken sie für's Erste aus der aufgedunsenen Völle des Euters, und für's Zweite, wann das Thier sich selbst zur Ruhe gestellt hat, nachdem es zuvor gewöhnlich ein großes Quantum Wassers verzehrte.

09] Wenn eine solche Kuh sich sonach ruhig gestellt hatte, da eilen die Saturnusbewohner sobald mit ihren großen euch schon bekannten Kürbißgewächsen her und halten deren weite Oeffnungen unter die Zitzen der Kuh, und fangen dann sorgsam in denselben die Milch auf, welche die Kuh freiwillig von sich gab. Hat sich aber die Kuh einmal ihrer Milch entledigt, so giebt sie das allezeit durch einen donnerartigen Murer zu verstehen.

10] Nach einem solchen Murer eilen dann auch die Milchsammler mit ihren vollen Gefäßen sogleich unter dem Bauche der Kuh hinweg, damit, wenn die Kuh sich wieder zu bewegen anfängt, da Niemand zertreten werden möchte durch den überaus riesigen und schweren Fuß unserer Buka. Bei einer mehrere Jahre alten Kuh ist zwar dergleichen nie zu befürchten; Diese setzt so lange keinen Fuß von der Stelle, so lange sich nur ein Mensch noch unter ihrem Bauche befindet; aber bei einer jungen Kuh, die natürlicher Weise viel lebhafter ist, muß da viel vorsichtiger zu Werke gegangen werden.

11] Sonst aber machen diese Saturnusbewohner ebenfalls Butter und Schmalz und Käse aus dieser Milch, welches Alles sie vorzugsweise gerne genießen, besonders aber die Käse mit der Butter und mit dem Honig bestrichen, welcher Honig aber in diesem Planeten nicht von einer Art Bienen herrührt, sondern von einer Art großkelchiger überaus wohlriechender Blumen, welche nahe über die Hälfte ihrer ziemlich weiten Kelche mit dem Honig gefüllt sind.

12] Wie genießen denn die Saturnusbewohner die äußerst wohlschmeckende Milch dieser Kuh? - Nahe gerade also, wie ihr die Milch eurer Kühe genießet; nur zu keinem Kaffee gebrauchen sie dieselbe; denn dergleichen extra närrische Speisen kennen die Saturnusbewohner nicht; sie kochen zwar wohl auch einige ihrer Speisen, aber den Saft einer verkohlten Frucht fliehen sie, wie die Pest, weil sie es wohl wissen, daß die Speisen sammt und sämmtlich also am gesündesten und nahrhaftesten sind, wie Ich sie in der Natur zubereitet und am reinen Feuer meiner Sonne gekocht habe.

13] Also wüßten wir auch in aller Kürze, wie die Saturnusbewohner ihre Milch genießen. - Demnach bleibt uns nichts mehr übrig, als allein nur noch, was diese Kuh für eine Farbe hat. Der Leib dieser Kuh ist bis zur unteren Bauchgegend, welche vollkommen weiß ist, blaugrau; die Füße aber, da sie den Leib verlassen, gehen nach und nach in's Dunkelblaue über, sowohl die vorderen, als auch die Hinteren. - Der Schweif dieses Thieres ist ebenfalls dunkler, als der Leib, und ist an seinem Ende mit einem überaus starken zinnoberrothen Mähnenbusche verziert; der Hals ist im Verhältnisse zu dem Thiere mehr schlank, denn massiv, und ist vom Kopfe angefangen bis zu den Vorderfüßen nach jeder Seite hin mit so starken und langen ebenfalls zinnoberrothen Mähnen behängen, daß davon ein Haar nicht selten bei 500 Klaftern lang ist. Also ist auch der Kopf im Verhältnisse zu dem übrigen Leibe des Thieres mehr klein und hornlos. Das Männlein aber hat wohl zwei aufrechtstehende kleine Hörner, die nach rückwärts gebogen sind, wie bei einer Gemse bei euch.

14] Etwas Ausgezeichnetes am Kopfe der Kuh sind ihre Ohren, davon ein jedes nicht selten eine Länge von 30 - 40 Klaftern eures Maßes hat, und ungefähr ein Drittel der Breite des Ohrlöffels von dem Maße der Länge des Ohres. Die Ohren aber sind ganz von blendend weißer Farbe; die Stirne dieses Thieres ist lichtgraublau, um die Gegend der verhältnißmäßig großen Augen aber etwas dunkler; die Schnauze dieses Thieres ist gerade so gebaut, wie die Schnauze einer Kuh bei euch; sie ist ebenfalls nackt und von dunkelgrauer Farbe. - Alles Uebrige ist vollkommen ebenmäßig und ähnlich einer schon benannten Auerkuh auf eurer Erde.

15] Wird diese Kuh etwa auch in einem Stalle gehalten? O nein; dieses Thier ist zu groß, als daß man über ihm einen zweckmäßigen Stall bauen könnte. Wohl aber wird sie in einem lebendigen Garten gehalten. Bei den Saturnusbewohnern aber ist dies nichts anderes, als wie die Umzäunung einer bedeutend großen Wiesenfläche mit dem sogenannten Wandbaume, über welchen dann unsere Kuh trotz ihrer Größe dennoch nicht kommen kann, darum sie, wie ihr es schon wißt, im Verhältnisse zu ihrem Leibe nur für's Erste kurze Füße hat, und für's Zweite aber kann sie diese Füße bei ihrem Fortschreiten nie höher als nur 5 Klaftern eures Maßes vom Boden des Saturnuserdreichs erheben. Das ist somit der Stall für eine solche Kuh. Freilich wohl ist eine solche umzäunte Wiese nicht selten so groß, als der dreifache Flächenraum eures Vaterlandes.

16] Wie viele Kühe hat denn hernach ein Saturnusbewohner? Ich sage euch, der Inhaber von 10 solchen Kühen und 2 Stieren daneben wird allda schon für den allerreichsten gehalten; sonst aber bleibt es gewöhnlich bei der Einfachheit.

17] Das ist nun Alles, was ihr von diesem Thiere als denkwürdig zu betrachten habt, und somit wollen wir uns auch wieder von diesem Thiere zu einem anderen ebenfalls sehr nützlichen Hausthiere wenden, und das zwar zur sogenannten blauen Hausziege, welche wir bei der nächsten Gelegenheit erst näher betrachten wollen.

01] Das erste zahme Tier, das wir betrachten wollen, ist die große, zahme Kuh der Saturnbewohner, von ihnen »Buka« genannt. Ihr werdet euch vielleicht denken: Warum muß denn gerade von der Kuh zuerst die Rede sein und warum nicht zuerst vom Stier? Es ist aber hier nicht eine zoologische Aufzählung des Tierreiches, wo nach der gelehrten Ordnung der sogenannten Zoologen nahe allezeit das Männlein vor dem Weiblein einhergehen muß, sondern hier ist eine Aufzählung der Tiere des Planeten nach dem Range ihrer Tauglichkeit und sonach auch ihrer Denkwürdigkeit. Da aber die Kuh auf diesem Planeten ein viel tauglicheres Tier ist und also auch viel denkwürdiger, so lassen wir es auch wohlgeordnetermaßen vor dem Männlein, das heißt vor dem Stiere einhergehen.

02] Was ist also unsere Buka für ein Tier? Wie sieht sie aus, wie groß ist sie und wo ist sie zu Hause?

03] Die Buka oder Saturn-Kuh ist ein riesenhaft großes Tier, aber dennoch ungemein zahm. Und im Verhältnis zu seiner riesenhaften Größe verzehrt es sehr wenig Futter, trinkt aber desto mehr Wasser.


04] Dieses Tier ist unter den Geschöpfen dieses Planeten das allernützlichste und macht mit seiner sehr reichlichen und überaus wohlschmeckenden, etwas gelblich aussehenden Milch den hauptsächlichsten Nahrungsquell der Saturnbewohner aus. Ihr möchtet wissen, wieviel nach eurem Maß eine solche Kuh in einem Saturntage (Milch) gibt. Da der Saturntag ohnehin nicht viel unterschieden ist von einem Erdtage, so muß es euch nicht gar zu übermäßig wundernehmen, wenn Ich euch sage, daß diese Kuh bei regelmäßig guter Melke des Tages nicht selten eintausend Eimer Milch nach eurem Maße gibt.

05] (NB! Eine solche Kuh dürfte hier auf eurem Erdkörper manchen wirtschaftlichen Industrierittern nicht unerwünscht sein, vorausgesetzt, daß sie eben nicht viel mehr des Futters bedürfe als eine gewöhnliche Erdkuh, des Wassers aber dazu trinken könnte, so viel sie nur wollte und möchte. Allein da sich solche sehr ökonomische Menschen bei einer solchen Kuh im Geiste allzusehr verwirtschaften möchten, so lassen wir sie nur im Saturn ungeachtet dessen es uns nicht gerade unmöglich wäre, auch auf der Erde eine Saturnkuh zu erschaffen.)

06] Wie sieht denn eigentlich im Saturn eine solche Kuh aus? Was die Form betrifft, so hat sie eine ziemliche Ähnlichkeit mit der sogenannten Auerkuh. Was aber dann deren Größe betrifft, da ist der Unterschied freilich wohl unvergleichbar; ja so groß ist er, daß eine gewöhnliche Kuh eurer Erde auf dem Rücken einer Saturnkuh sich kaum größer ausnehmen dürfte als eine Fliege auf dem Rücken einer eurer Kühe. Das Männlein oder der Stier ist nach dem Mud beinahe das größte Tier dieses Planeten. Die Kuh jedoch ist bedeutend kleiner als das Männlein. Wenn eine solche Saturnkuh hier auf eurer Erde stünde, so würdet ihr von ihrem Rücken aus eine bei weitem größere Aussicht haben, als so ihr euch auf eurem Plabutschberge befindet, obschon die Größe der Kühe auf diesem Planeten selbst sehr verschieden ist.

07] Die größere Gattung dieser Kühe befindet sich vor allem in jenem großen Kontinentland, welches gleich anfangs der Enthüllung dieses Planeten gezeigt wurde. In diesem Kontinentland ist eine solche Kuh nicht selten bei vierhundert Klafter hoch und vom Kopf bis zum Schweif doppelt so lang. Ihr Leib befindet sich auf vier verhältnismäßig festen Füßen, welche jedoch, verglichen mit dem übrigen Leib, kürzer sind als die Füße einer Erd-Kuh im Verhältnis zu ihrem Leib. Zwischen den beiden Hinterfüßen hängt ein außerordentlich großes Euter, welches mit acht verhältnismäßig langen Zitzen versehen ist. Die Zitzen hängen aber, wenn eine solche Kuh steht, dennoch über vierzig Klafter hoch über dem Boden.

08] Wie wird denn dann eine solche Kuh gemolken? Nicht so wie bei euch; sondern eine solche Kuh gibt die Milch von selbst. Vermöge ihres Organismus steht das Geben oder das Verhalten der Milch bei dem Instinktwillen dieses Tieres. Wie merken aber die Saturnbewohner, wenn die Kuh die Milch geben will? Solches merken sie aus der aufgedunsenen Völle des Euters und wenn das Tier sich selbst zur Ruhe stellt, nachdem es zuvor gewöhnlich ein großes Quantum Wasser getrunken hat.

09] Wenn eine solche Kuh sich sonach ruhig gestellt hat, da eilen die Saturnbewohner alsbald mit ihren großen, euch schon bekannten Kürbisgewächsen her, halten deren weite Öffnungen unter die Zitzen der Kuh und fangen dann sorgsam in denselben die Milch auf, welche die Kuh freiwillig von sich gibt. Hat sich die Kuh ihrer Milch entledigt, so gibt sie das allezeit durch einen donnerartigen Murrer zu verstehen.


10] Nach einem solchen Murrer eilen die Milchsammler mit ihren vollen Gefäßen sogleich unter dem Bauch der Kuh hinweg, damit, wenn die Kuh sich wieder zu bewegen anfängt, niemand zertreten werden möchte durch den überaus riesigen und schweren Fuß unserer Buka. Bei einer mehrere Jahre alten Kuh ist zwar dergleichen nie zu befürchten; diese setzt so lange keinen Fuß von der Stelle, als sich ein Mensch noch unter ihrem Bauche befindet. Aber bei einer jungen Kuh, die natürlicherweise viel lebhafter ist, muß da viel vorsichtiger zu Werke gegangen werden.

11] Sonst aber machen die Saturnbewohner ebenfalls viel Butter, Schmalz und Käse aus dieser Milch, welches alles sie vorzugsweise gerne genießen, besonders den Käse mit Butter und mit Honig bestrichen. Der Honig rührt aber auf diesem Planeten nicht von den Bienen her, sondern von einer Art großkelchiger, überaus wohlriechender Blumen, deren ziemlich weite Kelche nahe über die Hälfte mit Honig gefüllt sind.


12] [Vers fehlt, d. Ed.]


 

 

13] Also wüßten wir auch in aller Kürze, wie die Saturnbewohner ihre Milch genießen. Demnach bleibt uns nichts mehr übrig, als allein nur noch zu sagen, was diese Kuh für eine Farbe hat. Der Leib dieser Kuh ist bis zur unteren Bauchgegend, welche vollkommen weiß ist, blaugrau. Die Beine aber, wo sie den Leib verlassen, gehen nach und nach ins Dunkelblaue über, sowohl die vorderen als auch die hinteren. Der Schweif dieses Tieres ist ebenfalls dunkler als der Leib und ist an seinem Ende mit einem überaus starken, zinnoberroten Mähnenbusch verziert. Der Hals ist im Verhältnis zu dem Körper mehr schlank als massiv und ist, vom Kopf angefangen bis zu den Vorderfüßen, nach jeder Seite hin mit starken und langen, ebenfalls zinnoberroten Mähnen behangen, wovon ein Haar nicht selten bei fünfhundert Klafter lang ist. Auch der Kopf ist im Verhältnis zu dem übrigen Leib des Tieres mehr klein und hornlos. Das Männlein aber hat doch zwei aufrechtstehende kleine Hörner, die nach rückwärts gebogen sind wie bei einer Gemse.

14] Etwas Auszeichnendes am Kopf der Kuh sind ihre Ohren, davon ein jedes nicht selten eine Länge von dreißig bis vierzig Klaftern und ungefähr ein Drittel dieses Maßes in der Breite hat. Die Ohren sind von blendendweißer Farbe. Die Stirne dieses Tieres ist lichtblaugrau, um die Gegend der verhältnismäßig großen Augen aber etwas dunkler. Die Schnauze ist geradeso gebaut, wie die einer Kuh bei euch. Sie ist ebenfalls nackt und von dunkelgrauer Farbe. Alles übrige ist vollkommen ebenmäßig und ähnlich euer schon bekannten Auerkuh auf der Erde.

15] Wird diese Kuh etwa in einem Stall gehalten? O nein; diese ist zu groß, als daß man über ihr einen zweckmäßigen Stall bauen könnte. Wohl aber wird sie in einem lebenden Garten gehalten. Bei den Saturnbewohnern ist dies nichts anderes als die Umzäunung einer bedeutend großen Wiesenfläche mit dem sogenannten Wandbaum, über welchen unsere Kuh trotz ihrer Größe dennoch nicht kommen kann, da sie, wie ihr schon wißt, im Verhältnis zu ihrem Leib nur kurze Füße hat und diese Füße bei ihrem Fortschreiten nie höher als nur fünf Klafter eures Maßes vom Boden des Saturnerdreichs erheben kann. Das ist somit der Stall für eine solche Kuh! Freilich ist eine solche umzäunte Wiese nicht selten so groß wie der dreifache Flächenraum eures Vaterlandes.

16] Wie viele Kühe hat denn hernach ein Saturnbewohner? Ich sage euch, der Inhaber von zehn solchen Kühen und zwei Stieren daneben wird schon für den allerreichsten gehalten.


17] Das ist nun alles, was ihr von diesem Tier als denkwürdig zu betrachten habt. Und somit wollen wir uns auch wieder zu einem andern, ebenfalls sehr nützlichen Haustier wenden, und das zur sogenannten Blauen Hausziege, welche wir bei der nächsten Gelegenheit näher betrachten wollen.

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