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Kapitelinhalt 24. Kapitel: Der Saturn-Elefant Sisterkihi. Seine Beschaffenheit und Lebensweise. Jagd auf dieses Tier. Sein Schöpfungzweck.

Originaltext 1. Auflage 1855 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text, Verseinteilung und Überschriften nach 4. Auflage 1969 Lorber-Verlag

01] Sisterkihi, also heißt das Thier, was wir nächst dem Mud betrachten wollen. In welcher Rangordnung steht denn dieses Thier in unserem Planeten? - Dieses Thier ist der eigentliche Elephant dieses Weltkörpers, stehet aber dennoch in Allem dem Mud beiweitem nach. Seine Größe beträgt kaum den hundertsten Theil des euch schon bekannten großen Landthieres; was aber seine Gestalt betrifft, so ist es dem ersten völlig unähnlich. Dieses Thier hat eine ziemliche Aehnlichkeit mit dem Elephanten eurer Erde; aber dennoch nicht also ganz, wie manche andere Thiere, von denen ihr noch hören werdet.

02] Wie sieht es denn demnach aus? - Dieses Thier hat vier überaus kolossale Füße, wie nahe ein Elephant bei euch, nur natürlich zu seiner Größe im Verhältnisse; aber es hat den Tritt nicht also gestaltet, wie der Elephant bei euch, sondern ungefähr also, wie ein Löwe, mit außerordentlich starken Krallen versehen. Sein Leib ist außerordentlich umfangreich, so zwar, daß ein solches Thier, wenn es ausgewachsen ist, von der unteren Bauchgegend bis zu seinem Rückgrade 70 bis 80 Klaftern mißt. Sein Schweif ist also lang im Verhältnisse zu diesem Thiere mit seinem ziemlich massiven Halse, dessen Kamm bis in die Gegend der Vorderfüße mit sehr starken Mähnen versehen ist.


03] Der Kopf gleicht einem Pferdekopfe; nur ist im Verhältnisse die Stirne viel breiter. Ueber der Stirne zwischen den zwei Ohren sitzt ein langer beweglicher Rüssel, welcher bis zu einer Länge von 40 Klaftern ausgedehnt werden kann; im Gegentheile aber wieder bis zu einem Drittel seiner Länge zusammengezogen. In diesem Rüssel besitzt dieses Thier eine außerordentliche Hebekraft, vermöge welcher es mit diesem seinem dehnbaren Arme Bäume von bedeutender Größe zu entwurzeln vermag.

04] Mittelst dieses Rüssels reißt dieses Thier auch, allda es sich vorfindet, Aeste von den Bäumen, und verzehrt dieselben oft sammt den Früchten, besonders wenn es so recht heißhungrig ist. Seine Farbe ist lichtgrau; sein Rüssel aber dunkelgrau; seine Halsmähnen spielen in's Blaue, und sein Schweifbusch in's Lichtgraue. Seine Augen sind düster und von sehr dunkelbrauner Farbe. Auch dieses Thier hat einen sehr großen Rachen, welcher mit überaus starken Hauzähnen versehen ist, welche Zähne überaus weiß sind. Im Hintergrunde des Rachens aber besitzt es überaus starke Quetschknochen, welche nicht als Zähne, sondern als wirkliche sowohl vom Ober- als Unterkiefer weit hervorstehende und zusammenhängende Knochen dastehen. Mit diesen hervorstehenden Quetschknochen kann dieses Thier selbst bedeutend harte Steine mit einer Leichtigkeit zermalmen, dicke Aeste also zerquetschen, daß sie in seinem Munde zu einem Brei werden.

05] Dieses Thier ist zwar ein Pflanzenfresser, wenn es aber vom Hunger zu sehr geplagt wird, so schonet es auch andere Thiere und im höchsten Nothfalle selbst den Menschen nicht; aus welchem Grunde die Saturnusbewohner auch von diesem Thiere nicht eben die größten Freunde sind. Allein dieses Thieres, wo es sich vorfindet, können sich die Saturnusbewohner wohl bemächtigen, obschon mit sehr großen und gefährlichen Schwierigkeiten.

06] Auf welche Weise aber geschieht solches, und wie machen diese Menschen Jagd auf dieses Thier? - Mit der Kraft geht es durchaus nicht, denn auch dieses Thier hat in seinem Rüssel allein so viel Kraft, als tausend der stärksten Saturnusmenschen zusammengenommen; daher nehmen diese Menschen zur List ihre Zuflucht. Zuvor aber müßt ihr wissen, daß sich dieses Thier vorzugsweise da aufhält, wo sich große Wälder von dem euch schon bekannten Pyramidenbaume befinden, welchem Baume dieses Thier nicht geringen Schaden zufügt, nachdem es demselben soweit die Aeste wegreißt, so weit es nur immer dieselben mit seinem Rüssel erlangen kann.

07] Wenn nun die Saturnusbewohner in irgend einem Lande bemerken, daß dieser, fast in allen Saturnusländern vorkommende Riesenbaum nacktstämmig dasteht, so gilt ihnen das für ein sicheres Zeichen, daß sich in einem solchen Walde ein oder mehrere solche Thiere aufhalten. Was thun nun die Saturnusbewohner? Sie umzingeln den Wald von allen Seiten und versehen sich mit Feuerbrändern, und zünden den Wald ringsherum an. Da dieses Thier nichts so sehr scheut, als das Feuer und den Rauch, so flüchtet es sich sobald aus diesem Walde, oder vielmehr, es sucht ringsherum einen feuerlosen Ausweg, welcher aber gewöhnlich nur auf einer solchen Seite offen steht, an welche entweder irgend ein breiter Strom, ein See oder wohl gar das Meer selbst stoßet. findet dieses Thier eine solche Stelle, so geht es alsobald in's Wasser.

08] Wie aber dieses Thier in's Wasser kommt, so wird es außerordentlich unbehülflich und plump und hält seinen sonst geschäftigen Rüssel kerzengerade in die Höhe. Die Saturnusbewohner lassen es nun tiefer und tiefer in's Wasser steigen, nachdem sie es auf Kähnen mit auf langen Stangen befestigten Feuerbrändern verfolgen. Hat dieses Thier einmal im Wasser die Tiefe erreicht, daß es nur noch mit seinem Kopfe über der Oberfläche des Wassers sich befindet, so eilen die Saturnusbewohner mit großer Schnelligkeit dahin, und hacken dem Thiere mit ihren riesigen und scharfen Beilen den Rüssel wurz ab. Wann aber dieses Thier diesen seinen Arm verloren hat, dann ist es auch um sein Leben geschehen. Bei dieser Gelegenheit sinkt es dann im Wasser sobald zusammen, und verweset im selben, und dessen Fleisch wird zur Speise sehr vieler im Wasser vorfindiger hungriger Thiere.

09] Was geschieht aber dann, wenn unglücklicher Weise ein solcher Wald auf kein bedeutendes Gewässer stößt? Da ist diese Operation freilich wohl etwas gefährlicher und bedenklicher. Greift das Feuer von allen Seiten gut zusammen, so daß das Thier, oder auch mehrere seines gleichen in der Mitte eines solchen zusammenbrennenden Waldes überrascht oder vielmehr eingeholt werden, und sehen auf keiner Seite einen feuerlosen Ausweg, so werden sie hier unter großem Toben und Wüthen erstickt, und wenn das Feuer sehr heftig ist, auch zum größten Theil verbrannt. Hat aber das Feuer nicht gut zusammengegriffen. so rennen sie der wenig befeuerten Stelle zu, und brechen daselbst mit großer Heftigkeit in's Freie hinaus,

10] dann wehe denen, die diesem Thiere irgend begegnen. Da nimmt es mit seinem Rüssel Menschen oder Thiere, und schleudert sie mit einer solchen Heftigkeit entweder in die Höhe oder wieder auf den Boden der Erde zurück, daß von dem also Geschleuderten kaum eine Spur seines Daseins übrig bleibt; denn die Heftigkeit des Wurfes, welchen dieses Thier in seiner Wuth mittelst seines Rüssels ausführt, übertrifft die Heftigkeit einer aus dem Rohre einer Kanone geschossenen Kugel. Würde dieses Thier auf euerer Erde hier einen solchen Wurf ausführen, so wäre es ihm nur ein Leichtes, einen hundert Centner schweren Stein über zwanzig Meilen weit zu schleudern, und zwar mit solcher Heftigkeit, daß der Stein diesen Weg in wenigen Sekunden zurücklegen müßte; möchte es ihn aber zur Erde niederschleudern, dann dürftet ihr versichert sein, daß es denselben über hundert Klaftern tief in das Erdreich treiben würde.

11] Aus dieser kurzen Schilderung aber könnet ihr leicht entnehmen, welchen Respekt daher die Saturnusbewohner vor diesem Thiere haben; und welche Sensation das nicht selten auf einem ganzen großen Kontinente macht, wenn ein oder wohl gar mehrere solcher Thiere einer solchen Feuerjagd entronnen sind. Daher wird ein solcher Wald allzeit gehörig überschaut, ob er allein dasteht oder ob er an irgend ein bedeutendes Wasser stößt. Steht er allein da, so werden da sehr viele Beschlüsse gemacht, ob und wann es zu wagen wäre, den Wald anzuzünden.

12] Ist der Wald in einem gut brennbaren Zustande, und ist er zugleich von bedeutender Ausdehnung, so wird das Feuer gelegt; wenn aber solches nicht der Fall ist, so läßt man dem Thiere lieber den Wald über, trägt aber sorgfältig von allen Seiten her dürres Holz, und macht somit einen förmlichen Wall um den Wald, welcher erst dann angezündet wird, wenn die Bäume des Waldes selbst brennbarer werden, welches gewöhnlich zu geschehen pflegt, wenn irgend eine Gegend unter dem ziemlich lang anhaltenden Schatten des Ringes zu stehen kommt, welcher Schatten nach eurer Zeitrechnung über eine Gegend, wo er eintritt, stets mehrere Jahre dauert; zu welcher Zeit dann die Bäume zumeist, so wie die eurigen des Winters, ohne Saft dastehen. Alsdann wird dieser Wall von allen Seiten zu gleicher Zeit angezündet, und nach der Anzündung aber von der menschlichen Seite auch so schnell als möglich verlassen.

13] Sehet, das ist Alles, was dieses denkenswürdige Thier dieses Planeten betrifft. es dürften aber im Saturnus kaum zehn Continente mehr von diesem Thiere sehr sparsam bewohnt sein.

14] Was die Nützlichkeit dieses Thieres betrifft, so ist sie in physischer Hinsicht dieselbe, nur in geringerem Umfange, als die des Mud und des euch bekannten großen Fisches. es hat aber dieses Thier einen anderen natürlichen Zweck und ist nicht wie alle anderen Thiere als Bedingung der Erhaltung anderer Wesenheiten auf einen Planeten gesetzt, sondern die Uebergänger können auch ebenso gut durch andere Stufen gehen; aus dem Grunde auch kein Land etwas verliert, wenn in selbem solche große, starke und dem Menschen gefährliche Gäste aussterben.

01] Sisterkihi heißt das Tier, welches wir nun nächst dem Mud betrachten wollen. In welcher Rangordnung steht denn dieses Tier auf unserem Planeten? Dieses Tier ist der eigentliche Elefant dieses Weltkörpers, steht aber dennoch in allem dem Mud bei weitem nach. Seine Größe beträgt kaum den hundertsten Teil des euch schon bekannten großen Landtieres. Was aber seine Gestalt betrifft, so ist es dem Mud völlig unähnlich. Der Sisterkihi hat eine ziemliche Ähnlichkeit mit dem Elefanten eurer Erde; aber dennoch nicht ganz so wie manche andere Tiere, von denen ihr noch hören werdet.

02] Wie sieht er denn demnach aus? Dieses Tier hat vier überaus feste Füße, nahezu wie ein Elefant bei euch, nur natürlich im Verhältnis zu seiner Größe. Aber es hat die Beine nicht gestaltet wie der Elefant, sondern ungefähr wie ein Bär, mit starken Krallen versehen. Sein Leib ist außerordentlich umfangreich, so zwar, daß ein solches Tier, wenn es ausgewachsen ist, von der unteren Bauchgegend bis zu seinem Rückgrat siebzig bis achtzig Klafter mißt. Sein Schweif ist, im Verhältnis zu diesem Tier, so lang wie der Schweif eines Löwen. An seinem Ende hat der Schweif einen überaus starken Mähnenbusch, wovon die Haare nicht selten sechs bis zehn Klafter lang sind. Der Kopf dieses Tieres sitzt auf einem langen, aber im Verhältnis dennoch ziemlich massiven Hals, dessen Kamm bis in die Gegend der Vorderfüße mit sehr starken Mähnen versehen ist.

03] Der Kopf gleicht einem Pferdekopf; nur ist im Verhältnis die Stirne viel breiter. Über der Stirne zwischen den zwei Ohren sitzt ein langer, beweglicher Rüssel, welcher bis zu einer Länge von vierzig Klaftern ausgedehnt, im Gegenteil aber wieder bis zu einem Drittel seiner Länge zusammengezogen werden kann. In diesem Rüssel besitzt dieses Tier eine außerordentliche Hebekraft, so daß es mit diesem seinem dehnbaren Arme Bäume von bedeutender Größe zu entwurzeln vermag.

04] Mittels dieses Rüssels reißt das Tier auch Äste von den Bäumen und verzehrt dieselben oft samt den Früchten, besonders wenn es so recht heißhungrig ist. Seine Farbe ist lichtgrau, sein Rüssel aber dunkelgrau. Seine Halsmähnen spielen ins Blaue und sein Schweifbusch ins Lichtgraue. Die Augen sind düster und von sehr dunkelbrauner Farbe. auch dieses Tier hat einen sehr großen Rachen, welcher mit überaus starken, weißen Hauzähnen versehen ist. Im Hintergrund des Rachens aber besitzt es überaus starke Quetschknochen, welche nicht als Zähne, sondern als wirkliche, sowohl vom Ober- als Unterkiefer weit hervorstehende und zusammenhängende Knochen dastehen. Mit diesen hervorstehenden Quetschknochen kann das Tier selbst bedeutend harte Steine mit Leichtigkeit zermalmen, dicke Äste also zerquetschen, daß sie in seinem Munde zu einem Brei werden.

05] Dieses Tier ist zwar ein Pflanzenfresser, wenn es aber vom Hunger zu sehr geplagt wird, schont es auch andere Tiere und im höchsten Notfalle selbst den Menschen nicht; aus welchem Grunde die Saturnbewohner auch von diesem Tiere nicht eben die größten Freunde sind. Allein dieses Tieres können sich die Saturnbewohner, wo es sich vorfindet, wohl bemächtigen, obschon mit sehr großen und gefährlichen Schwierigkeiten.

06] Auf welche Weise aber geschieht solches, und wie machen die Menschen Jagd auf den Sisterkihi? Mit der bloßen Kraft geht es durchaus nicht. Denn auch dieses Tier hat in seinem Rüssel allein so viel Kraft wie tausend der stärksten Saturnmenschen zusammengenommen. Daher nehmen diese Menschen zur List ihre Zuflucht. Zuvor aber müßt ihr wissen, daß sich dieses Tier vorzugsweise da aufhält, wo sich große Wälder des euch schon bekannten Pyramidenbaumes befinden, welchem Baume dieses Tier nicht geringen Schaden zufügt, indem es demselben so weit die Äste wegreißt, als es nur immer dieselben mit seinem Rüssel erlangen kann.

07] Wenn nun die Saturnbewohner in irgendeinem Land bemerken, daß dieser fast in allen Saturnländern vorkommende Riesenbaum nacktstämmig dasteht, so gilt ihnen das für ein sicheres Zeichen, daß sich in einem solchen Wald ein oder mehrere dieser Tiere aufhalten. Was tun nun die Saturnbewohner? Sie umzingeln den Wald von allen Seiten, versehen sich mit Feuerbränden und zünden den Wald ringsherum an. Da das Tier nichts so sehr scheut wie das Feuer und den Rauch, so flüchtet es sich alsbald aus diesem Wald oder vielmehr es sucht ringsherum einen feuerlosen Ausweg, welcher aber gewöhnlich nur auf einer solchen Seite offensteht, an welche irgendein breiter Strom, ein See oder wohl gar das Meer selbst stößt. Findet der Sisterkihi eine solche Stelle, so geht er alsbald ins Wasser.

08] Sobald aber dieses Tier ins Wasser kommt, wird es außerordentlich unbehilflich und plump und hält seinen sonst geschäftigen Rüssel kerzengerade in die Höhe. Die Saturnbewohner lassen es nun tiefer und tiefer ins Wasser steigen, indem sie es auf Kähnen mit auf langen Stangen befestigten Feuerbränden verfolgen. Hat dieses Tier einmal im Wasser die Tiefe erreicht, daß es sich nur noch mit seinem Kopf über der Oberfläche des Wassers befindet, so eilen sie mit großer Schnelligkeit dahin und harken dem Tier mit ihren riesigen und scharfen Beilen den fürchterlichen Rüssel ab. Wenn es aber diesen seinen Arm verloren hat, dann ist es auch um sein Leben geschehen. Bei dieser Gelegenheit sinkt es dann im Wasser alsbald zusammen und verwest im selben, und sein Fleisch wird zur Speise sehr vieler im Wasser vorhandener hungriger Tiere.

09] Was geschieht aber dann, wenn unglücklicherweise ein solcher Wald auf kein bedeutendes Gewässer stößt? Da ist diese Operation freilich wohl etwas gefährlicher und bedenklicher. Greift das Feuer von allen Seiten gut zusammen, so daß das Tier oder auch mehrere seinesgleichen in der Mitte eines solchen zusammenbrennenden Waldes überrascht werden, und sehen die Tiere auf keiner Seite einen feuerlosen Ausweg, so werden sie hier unter großem Toberi und Wüten erstickt, und wenn das Feuer sehr heftig ist, auch zum größten Teil verbrannt. Hat aber das Feuer nicht gut zusammengegriffen, so rennen sie der weniger befeuerten Stelle zu und brechen daselbst mit großer Heftigkeit ins Freie hinaus.

10] Dann wehe denen, die diesem Tier irgendwo begegnen. Da nimmt es mit seinem Rüssel Menschen oder Tiere und schleudert sie mit einer solchen Heftigkeit in die Höhe oder auf den Boden der Erde, daß von dem also Geschleuderten kaum eine Spur seines Daseins übrigbleibt. Denn die Heftigkeit des Wurfes, welches dieses Tier in seiner Wut mittels seines Rüssels ausführt, übertrifft die Heftigkeit einer aus dem Rohr einer Kanone geschossenen Kugel. Würde dies Tier auf eurer Erde einen solchen Wurf ausführen, so wäre es ihm ein leichtes, einen hundert Zentner schweren Stein über zwanzig Meilen weit zu schleudern, und zwar mit solcher Heftigkeit, daß der Stein diesen Weg in wenigen Sekunden zurücklegen müßte. Möchte es ihn aber zur Erde niederschleudern, dann dürftet ihr versichert sein, daß es denselben über hundert Klafter tief in das Erdreich treiben würde.

11] Aus dieser kurzen Schilderung könnt ihr leicht entnehmen, welchen Respekt daher die Saturnbewohner vor diesem Tier haben und welche Sensation es nicht selten auf einem ganzen, großen Kontinente macht, wenn ein oder gar mehrere solcher Tiere einer Feuerjagd entronnen sind. Daher wird ein solcher Wald allzeit gehörig überschaut, ob er allein dasteht oder ob er an irgendein bedeutendes Wasser stößt. Steht er allein da, so werden sehr viele Beratungen gemacht, ob und wann es zu wagen wäre, den Wald anzuzünden.


12] Ist der Wald in einem gut brennbaren Zustand und ist er zugleich von bedeutender Ausdehnung, so wird das Feuer gelegt. Wenn aber solches nicht der Fall ist, überläßt man dem Tier lieber den Wald, trägt aber sorgfältig von allen Seiten her dürres Holz und macht damit einen förmlichen Wall um den Wald, welcher erst dann angezündet wird, wenn die Bäume des Waldes selbst brennbarer werden. Dies pflegt gewöhnlich zu geschehen, wenn eine Gegend unter den ziemlich lang anhaltenden Schatten des Ringes zu stehen kommt, was nach eurer Zeitrechnung stets mehrere Jahre dauert. Zu dieser Zeit stehen die Bäume zumeist, so wie die eurigen des Winters, ohne Saft. Alsdann wird dieser Wall von allen Seiten zu gleicher Zeit angezündet, danach aber von den Menschen so schnell wie möglich verlassen.


13] Sehet, das ist alles, was dieses denkwürdige Tier dieses Planeten betrifft. Es dürften aber im Saturn kaum zehn Kontinente von dem Sisterkihi sehr sparsam bewohnt sein.

14] Was die Nützlichkeit dieses Tieres betrifft, so ist sie in psychischer Hinsicht dieselbe, nur in geringerem Umfang, wie die des Mud und des euch bekannten großen Fisches. Es hat aber dieses Tier, wie alle anderen Tiere, auch noch einen anderen natürlichen Zweck. Und es ist keines solcher Tiere als unumgängliche Bedingung der Erhaltung anderer Wesenheiten auf einen Planeten gesetzt, sondern die Übergänge können auch ebensogut durch andere Stufen gehen. Aus diesem Grunde verliert auch kein Land etwas, wenn in demselben solche große, starke und dem Menschen gefährliche Gäste aussterben.

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