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Kapitelinhalt 15. Kapitel: Die Siebenschnecke. Praktische Verwendung ihres Gehäuses. Gewichtsverhältnisse auf dem Saturn.

Originaltext 1. Auflage 1855 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text, Verseinteilung und Überschriften nach 4. Auflage 1969 Lorber-Verlag

01] Was die vierte Schnecke anbelangt, so steht sie in der Pracht der schon bekannten Scheibenschnecke nach; jedoch was ihre Größe und Art betrifft, ist sie natürlicher Weise der Scheibenschnecke um Vieles vor. Von den Bewohnern dieses Landes wird sie gewöhnlich die große Siebenschnecke genannt; nicht etwa, als wenn in diesem Gehäuse sich 7 einzelne Schnecken aufhalten möchten; sondern weil das Gehäuse dieser Schnecke nach aufwärts gerichtet aus sieben thurmhohen Spitzen besteht, welche von einem eirunden Gehäuse als Auswüchse auslaufen. Das Hauptgehäuse der Schnecke ist vollkommen rund, also wie ein Ei; davon die spitzigere Seite allzeit nach unten in's Wasser gekehret ist, die stumpfere nach oben. Das Gewinde dieser Schnecke ist nicht sichtbar, und ist nur im Inwendigen des Gehäuses vorhanden; jedoch bei jedem Gewinde, wenn dasselbe den Kreis vollendet hat, ist ein solcher Thurmauswuchs, daß demnach der obere Theil des Gehäuses mit diesen Thürmen also bestellt ist, daß aus der Mitte der höchste emporsteigt, und die andern dann in abnehmender Ordnung um denselben herum. Ein jeder dieser Auswüchse gleicht einer großen euch schon bekannten Stangenschnecke, natürlich nur mit dem Unterschiede, daß er um Vieles länger, und zu unterst an der Schale auch um Vieles dicker im Durchmesser ist.

02] Die Mündung dieser Schnecke ist vollkommen rund, und steht im guten Verhältnisse mit der ganzen andern riesenhaften Größe dieses Schalthieres. Der andere Leib füllt natürlicher Weise das andere große Gehäuse also aus, daß die Auswüchse nach Belieben können ausgefüllt werden; denn will die Schnecke sich in's Wasser versenken, so füllt sie diese Auswüchse aus, und will sie sich über dem Wasser erhalten, dann zieht sie sich aus ihren Auswüchsen in's Centrum zusammen, und dadurch erhebt sie sich wieder über die Fläche des Wassers; ihr Leib, den sie auf der Oberfläche des Wassers aus der Mündung hinausschiebt, ist ganz weiß, und sieht übrigens einer Schnecke bei euch nicht unähnlich aus, nur daß auch diese Schnecke vorne zwischen ihren großen 4 Fühlarmen ebenfalls mit einem großen und langen Rüssel versehen ist, den sie zum Fange ihrer Nahrung äußerst behende gebrauchen kann.

03] Ihre Nahrung besteht in allerlei Seekräutern aber auch mitunter in den großen Seepolypen, welche sie hie und da aus dem Grunde des Meeres gewaltsam losreißet, und dann in ihren Rachen steckt; an den obern 2 Fühlarmen hat sie auch eben zwei scharfsehende Augen, und kann dieselben nach Belieben bald da, bald dorthin richten. Wenn sie nun irgend einen Raub entdeckt, so fährt sie pfeilschnell an den Ort hin, und fängt ihren Raub, sei es nun ein Seekraut, oder irgend ein Polyp; damit sie aber ihre Reise machen kann, hat sie zu unterst der Mündung 2 starke Ruderarme, vermöge welchen sie das Wasser fängt, und sich somit vorwärts bewegt.

04] Nun, wie groß ist denn diese Schnecke? Sie hat einen Durchmesser von 500 Klaftern nach eurem Maße; also ist auch der mittlere Auswuchs höher, denn bei euch der höchste Thurm, und hat zu unterst nicht selten einen Durchmesser von 20 bis 30 Klaftern und läuft zu oberst pyramidenartig in eine Spitze zusammen. Die Farbe der Schale ist also ein Mittelding zwischen grün und blau, über welche von dem Mittelauswuchse ganz weißlicht blaue Streifen laufen, so daß sie auf diese Art ein großartig flegelhaftes Aussehen hat. Weiter hat sie durchaus keine Verzierungen, was aber die Auswüchse anbelangt, so sehen sie, wie schon anfangs bemerkt wurde, gerade so aus, wie eine Stangenschnecke; nur die Mündungen der Schnecke sind purpurroth.

05] Auch diese Schnecke wird von den Einwohnern als ein guter Fang betrachtet; denn wenn das Fleisch aus dieser Schnecke gebracht ist, wird das Gehäuse, wie schon bei den andern Schnecken erwähnt wurde, auf dem Wasser landeinwärts gebracht, und allda der spitzigere Theil der Schale in trockenes Erdreich versenkt, woselbst dann ein solches Gefäß zu einer Art Magazin für Samenfrüchte verwendet wird.

06] Manchesmal aber werden in einem solchen Schneckenhause auch zu allen Seiten Oeffnungen angebracht, und wird im Innern des Gehäuses ein Boden gelegt, und auf diese Art manchmal auch ein solches Schneckenhaus als eine Prachtwohnung für Kinder verwendet, und zwar besonders darum, weil ein solches Wohnhaus vermöge seiner innern außerordentlichen Glätte am reinlichsten erhalten werden kann. Der Boden besteht bloß in einer Art Aussandung; es wird nämlich vollkommen trockener Sand bis nahe an die Mündung hineingeschüttet; über den Sand aber werden dann erst in diesem Lande häufig vorkommende weiße Flachsteine gelegt, und zwar allzeit in der schönsten Ordnung. Wenn der Boden dann gelegt ist, so ist's Gebäude auch fertig, und sieht dann einer weitläufigen gewölbten Halle gleich, über welche sich die bekannten Thürme erheben, deren Spitzen abgesäget werden, damit durch dieselben dann für's Erste auch Licht hineinfällt, für's Zweite aber auch, damit die im Innern eines solchen Hauses sich sammelnden Dünste und Feuerrauch emporsteigen können.

07] Jedoch diese Gattung Schnecken werden alldort nicht gar häufig angetroffen; daher haben solche Häuser auch gewöhnlich nur die Patriarchen, die da in den Ebenen wohnen; und das zwar noch aus diesem Grunde, weil eine solche Schneckenschale selbst für die riesenhaft starken Saturnusbewohner wegen ihrer Größe und außergewöhnlichen Massivität zu schwer wird, um sie so weit in's Land hinein überbringen zu können. Denn was die Massivität anbelangt, so sind die Wände fast allenthalben 4 - 5 Klaftern dick. Wenn ihr das beachtet, so könnt ihr euch schon von der Schwere dieser Schnecke einen Begriff machen.

08] Wären auf diesem Planeten die Gravitationsverhältnisse also wie auf der Erde, da wäre die Ueberbringung einer solchen Schnecke wohl eine reine Unmöglichkeit, selbst für noch bedeutendere Kräfte, als die der Saturnusbewohner. Allein, was bei euch einen Centner wiegt, hat alldort unter dem Ringe oft kaum ein Gewicht von einem Pfunde; und kann selbst ein solches Gewicht noch verringert werden durch die innern von den Saturnusbewohnern weislich veranstalteten Luftverdünnungen, was besonders bei Uebertragung dieser Schnecke der Fall ist, wo sie dürre Aeste vom sogenannten euch schon bekannten harzreichen Pyramidenbaume anzünden, und bei der Mündung dieser Schnecke brennend hineinschieben, durch welches Verbrennen dann die Luft in einem solchen leeren Gehäuse also verdünnt wird, daß es dann mit bedeutender Leichtigkeit kann weiter geschafft werden; denn was die Aerostatik anbelangt, sind eben die Saturnusbewohner die vorzüglichsten Meister, was Alles noch zu seiner Zeit näher erwähnt wird.

09] Sehet das ist nun Alles von dieser Siebenschnecke; erwecket auch hier wieder ein wenig eure innere Phantasie, und ihr werdet mit großer Verwunderung dieses Thier selbst betrachten, wie auch die Anwendung dessen Hauses von Seite der Bewohner, und werdet auch darüber um so mehr erstaunen, so Ich euch noch hinzusetze, daß ein solches Gebäude von unzerstörbarer Festigkeit ist, und werden darunter schon einige angetroffen, die älter sind, als bei euch die Erde bevölkert ist; denn ein solches Gebäude wird je älter, desto fester, und werden darum auch die Aeltesen in besonderen Ehren gehalten. So ihr euch aber schon darüber wundert, so bedenket aber doch bei eurer Verwunderung, daß selbst diese riesenhaften Thiergestalten dieses Planeten nur kleine Miniatur-Arbeiten sind gegen manche andere Thiergattungen, welche sowohl in diesem Planeten, größere aber noch im Jupiter, und unvergleichlich größere in der Sonne vorkommen. Betrachtet dieses heute Gesagte, und erwartet für's Nächste das Nachkommende; und darum für heute Amen.

01] Was die vierte Schnecke anlangt, so steht sie in der Pracht der schon bekannten Scheibenschnecke nach. Jedoch was ihre Größe betrifft, ist sie der Scheibenschnecke um vieles voraus. Von den Bewohnern dieses Landes wird sie gewöhnlich die große Siebenschnecke genannt - nicht etwa, als wenn in diesem Gehäuse sich sieben einzelne Schnecken aufhalten möchten, sondern weil das Gehäuse dieser Schnecke aus sieben nach aufwärts gerichteten turmhohen Spitzen besteht, welche von einem eirunden Gehäuse als Auswüchse auslaufen. Das Hauptgehäuse der Schnecke ist vollkommen oval wie ein Ei; davon die spitzigere Seite allzeit nach unten ins Wasser gekehrt ist, die stumpfere nach oben. Das Gewinde dieser Schnecke ist nicht sichtbar und ist nur im Inwendigen des Gehäuses vorhanden. Jedoch bei jedem Gewinde, wenn dasselbe den Kreis vollendet hat, ist ein solcher Turmauswuchs, so daß demnach der obere Teil des Gehäuses mit diesen Türmen so bestellt ist, daß aus der Mitte der höchste emporsteigt und die andern dann in abnehmender Ordnung um denselben herumstehen. Ein jeder dieser Auswüchse gleicht einer großen, euch schon bekannten Stangenschnecke, nur mit dem Unterschied, daß er um vieles länger und zuunterst an der Schale im Durchmesser auch um vieles dicker ist.


02] Die Mündung dieser Schnecke ist vollkommen rund und steht in gutem Verhältnis mit der ganzen riesenhaften Größe dieses Schaltieres. Der Leib füllt natürlicherweise das große Gehäuse so aus, daß die Auswüchse nach Belieben eingezogen werden können. Will die Schnecke sich ins Wasser versenken, streckt sie die Auswüchse aus, und will sie sich über dem Wasser erhalten, dann zieht sie sich mit ihren Auswüchsen ins Zentrum zusammen und erhebt sich dadurch über die Fläche des Wassers. - Ihr Leib, den sie auf der Oberfläche des Wassers aus der Mündung hinausschiebt, ist ganz weiß und sieht übrigens einer Schnecke bei euch nicht unähnlich - nur daß auch diese Schnecke vorne zwischen ihren großen vier Fühlarmen ebenfalls mit einem großen und langen Rüssel versehen ist, den sie zum Fang ihrer Nahrung äußerst behende gebrauchen kann.


03] Ihre Nahrung besteht in allerlei Seekräutern, aber auch mitunter in den großen Seepolypen, welche sie aus dem Grunde des - Meeres gewaltsam losreißt und dann in ihren Rachen steckt. An den obern zwei Fühlarmen hat sie auch zwei scharfsehende Augen und kann dieselben nach Belieben bald da, bald dorthin richten. Wenn sie nun irgendeine Beute entdeckt, fährt sie pfeilschnell an den Ort hin und fängt sie sogleich, sei es nun ein Seekraut oder irgend einen Polyp. Damit sie aber ihre Reise machen kann, hat sie unter der Mündung zwei starke Ruderarme, vermöge welcher sie das Wasser fängt und sich so vorwärtsbewegt.

04] Nun, wie groß ist denn diese Schnecke? Sie hat einen Durchmesser von fünfhundert Klaftern nach eurem Maß. Der mittlere Auswuchs ist höher als bei euch der höchste Turm. Er hat unten nicht selten einen Durchmesser von zwanzig bis dreißig Klaftern und läuft oben pyramidenartig in eine Spitze zusammen. Die Farbe der Schale ist eine Tönung zwischen grün und blau. Von dem Mittelauswuchs laufen weißlichblaue Streifen, so daß die Schale auf diese Art ein großartig tigerhaftes Aussehen hat. Weiter hat sie mehr keine Verzierungen. Was aber die Auswüchse anbelangt, so sehen sie, wie schon anfangs bemerkt, geradeso aus wie eine Stangenschnecke, nur die Mündung an der Schnecke ist purpurrot.

05] auch diese Schnecke wird von den Einwohnern als ein guter Fang betrachtet. Denn wenn das Fleisch aus dieser Schnecke entfernt ist, wird das Gehäuse, wie schon bei den andern Schnecken erwähnt, auf dem Wasser landeinwärts gebracht und da der spitzigere Teil der Schale bis zur Mündung in trockenes Erdreich versenkt, wo dann ein solches Gefäß zu einer Art Behälter für Samenfrüchte verwendet wird.

06] Manchmal werden in einem solchen Schneckenhaus auch an allen Seiten Öffnungen angebracht und im Innern des Gehäuses ein Boden gelegt. Auf diese Art wird dann ein solches Schneckenhaus als eine Prachtwohnung für Kinder verwendet, und zwar besonders darum, weil ein solches Wohnhaus vermöge seiner innern außerordentlichen Glätte am reinlichsten erhalten werden kann. Der Boden besteht in einer Art Aussandung. Es wird vollkommen trockener Sand bis nahe an die Mündung hineingeschüttet. Über den Sand werden in diesem Lande häufig vorkommende weiße Flachsteine gelegt, und zwar allzeit in der schönsten Ordnung. Wenn der Boden gelegt ist, so ist das Gebäude auch fertig und sieht dann einer weitläufigen, gewölbten Halle gleich, über welche sich die bekannten Türme erheben. Deren Spitzen werden abgesägt, damit durch dieselben Licht hineinfällt, aber auch, damit die im Innern eines solchen Hauses sich sammelnden Dünste und der Feuerrauch emporsteigen können.

07] Jedoch diese Gattung Schnecken wird dort nicht gar zu häufig angetroffen. Daher haben solche Häuser auch gewöhnlich nur die Patriarchen, die zunächst an den Meeresküsten wohnen. Eine solche Schneckenschale ist selbst für die riesenhaft starken Saturnbewohner wegen ihrer Größe und außergewöhnlichen Massivität zu schwer, um sie weit ins Land hinein verbringen zu können; denn was die Massivität anbelangt, so sind die Wände fast allenthalben vier bis fünf Klafter dick. Wenn ihr das beachtet, könnt ihr euch schon von der Schwere dieser Schnecke einen Begriff machen.

08] Wären auf diesem Planeten die Schwerkraftsverhältnisse so wie auf der Erde, dann wäre die Überbringung einer solchen Schnecke wohl eine reine Unmöglichkeit selbst für noch bedeutendere Kräfte als die der Saturnbewohner. Allein was bei euch einen Zentner wiegt, hat dort unter dem Ring oft kaum ein Gewicht von einem Pfund. Und es kann selbst ein solches Gewicht noch verringert werden durch die innern, von den Saturnbewohnern künstlich veranstalteten Luftverdünnungen. Dies ist besonders bei Verbringung dieser Schnecke der Fall, wobei die Saturnbewohner dürre Äste vom euch schon bekannten harzreichen Pyramidenbaum anzünden und zur Mündung dieser Schnecke brennend hineinschieben. Durch dieses Verbrennen wird die Luft in einem solchen leeren Gehäuse so verdünnt, daß es dann mit bedeutender Leichtigkeit weitergeschafft werden kann. Denn was die Ärostatik (Lehre vom Luftgleichgewicht) anbelangt, so sind eben darin die Saturnbewohner die vorzüglichsten Meister - was alles noch zu seiner Zeit näher erwähnt wird.

09] Das ist nun alles von dieser Siebenschnecke! - Erwecket auch hier wieder ein wenig eure Vorstellungskraft und ihr werdet mit großer Verwunderung dieses Tier selbst wie auch die Verwendung seines Hauses von seiten der Bewohner betrachten und werdet darüber um so mehr erstaunen, so Ich euch noch hinzusetze, daß ein solches Gebäude von unzerstörbarer Festigkeit ist. Es werden darunter einige angetroffen, die schon älter sind, als bei euch die Erdbevölkerung; denn ein solches Gebäude wird je älter, desto fester. Und darum werden auch die ältesten in besonderen Ehren gehalten. So ihr euch aber schon darüber wundert, so bedenket dabei doch, daß selbst die riesenhaften Tiergestalten dieses Planeten nur kleine Miniatur-Arbeiten sind gegen manche andere Tiergattungen, welche sowohl in diesem Planeten, größere aber noch im Jupiter und unvergleichlich größere in den Sonnen vorkommen. - Betrachtet dieses heute Gesagte und erwartet bald das Nachkommende! Und darum für heute Amen.

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