Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Supplemente S. 305

   01] Auch den reiferen Kindern sei es beschieden. Wer dieses wohl beachten wird in seinem Herzen, der wird des Lebens Gerechtigkeit haben und wird wandeln dessen geraden Weg, der da führt voll Lichtes zu Mir und so schreibe denn:

»Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer denn Der ihn gesandt hat.« (joh.13,16; jl.ev11.305,01-02)

   02] »Wie ist demnach der heutige Knechts- und Apostelstand bestellet, da man den Knechten Altäre errichtet hat und ehret die Apostel, als wären sie mehr denn Ich! Da man Mir ferner alle Gewalt nimmt und alle Ehre an sich reißt, und Ich sein muß wie der Knecht und der Apostel es wollen, aber nicht daß sie wären nach Meinem Willen! Und doch dabei betet: "Dein Wille geschehe!" Was etwa doch besaget solches? Heißt das nicht Gott leugnen mit jeder Faser und Fiber?« (joh.13,16)

»Mein Joch ist sanft und leicht meine Bürde!« (mt.11,30; jl.ev11.305,03-04)

   04] »Wie kommt es aber, daß sich die Menschen zur Gewinnung des Joches lieber ganze Berge unter dem Drucke eines eisernen Joches auf ihren Schultern wollen gefallen lassen, als nur eine Federflaume Meines Liebewillens? - Weil sie tot sind (geistig), und daher nicht merken, wie und was sie bedrückt! O der entsetzlichsten Tollheit der Welt!!!« (mt.11,30)

»Des Menschen Sohn ist es, Christus, der da allein guten Samen aussäet!« (mt.13,37; jl.ev11.305,05-06)

   06] »Dieses beweist zur Übergenüge, wessen Geistes Kinder diejenigen sind, die da sagen: Was nicht von einer gewissen Stadt und nicht von einem gewissen menschlichen Oberhaupte herrühre oder wenigstens von dort approbiert wird, ist ein Werk des Satans. Wenn demnach des Menschen Sohn nicht tut nach dem Willen dieser Stadt, da Er es doch unmöglich tun kann, was ist er sodann? O Hure, was treibst du mit Mir für ein arges Spiel!« (mt.13,37)

»Es werden nicht alle, die zu Mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern nur, die den Willen tun Meines Vaters im Himmel.« (mt.07,21; jl.ev11.305,07-08)

   08] »So wird auch das 'Dominus tecum' ('der Herr sei mit dir'), das 'Dominus nobiscum' ( 'Der Herr sei mit uns') und das 'Domine exaudi orationem meam' ( 'Herr erhöre mein Gebet'), also werden weder das 'tecum' ( 'mit Dir') noch das 'nobiscum' ( 'mit uns') und am allerwenigsten aber das 'exaudi' ( 'erhöre!') das Himmelreich bewirken! das versteht sich, von Meiner Seite betrachtet. Ich meine aber, solches geht nur den Herrn der Welt an; - denn Ich sehe nur auf die Werke, aber nicht auf das 'Dominus tecum nobiscum' und auf das 'exaudi'!« (mt.07,21)

»Wer den Willen tut Meines Vaters im Himmel, derselbe ist Mein Bruder, Schwester und Mutter.« (mt.12,50; jl.ev11.305,09-10)

   10] »Daher wäre viel besser zu sagen: 'Amate fratres' als 'orate fratres', wodurch das stumme Plappergebet dann als ein Werk der Liebe angesehen wird, alles andere Liebetun aber für nichts geachtet, außer allein die Rührung des Daumens und des Zeigefingers fürs 'orate fratres'! O das sind, das wären doch sonderbare Mütter, Schwestern und Brüder! Wahrlich, die stehen mit Mir in gar keinem Grade der inneren Verwandtschaft!« (mt.12,50)


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