Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Supplemente S. 273

   01] Sein Evangelium und seine Apostelgeschichte war bei der großen Kirchenversammlung zu Nicäa auch ganz nahe daran, als apokryph erklärt zu werden. Aber die abendländischen Bischöfe sträubten sich dagegen, und somit war auch alles vom Lukas Geschriebene als authentisch erklärt, und dieser Lukas besteht denn heutigen Tages noch unter der Zahl der glaubwürdigen Evangelisten, und wird von ihm bis zur Stunde noch mehr Aufhebens gemacht als von Johannes.
   02] Allein alles, was da unrichtig ist, wird sich mit der Zeit selbst ausstreichen, und würde das nicht geschehen, so würde schwerlich je eine Zeit kommen, davon Johannes spricht, daß in ihr a ein Hirt und eine Herde werde. (a Johannes.10,16)
   03] Übrigens liegt auch in diesen Episoden, wie Ich schon gesagt habe, etwas Geistig-Gutes und Wahres. Aber in der naturmäßigen Erscheinlichkeits-Sphäre sind sie freilich um kein Haar besser als die Bildes des hohen Liedes Salomonis, nach denen die Tochter Zions eine Gestalt hätte, an der nie ein Mensch auch nur das geringste Wohlgefallen fände, aber inwendig sieht es dann im Geiste wohl ganz anders aus.«
   04] »Warum hätte Ich denn sollen bei Meinem Tode die a Sonne gänzlich finster machen, und das durch volle drei Stunden hindurch?! Und wäre das der Fall gewesen, so müßte in jener Zeit die Sonne auch in Indien, China, Japan, Amerika etc. nicht geleuchtet haben, was die Schriftkundigen jener Völker sicher aufgezeichnet hätten. So aber wissen sich sogar die römischen Geschichtsschreiber einer solchen Begebenheit nicht zu erinnern. Es müßte die Sache demnach nur in Jerusalem ihre Geltung haben, daß durch Meine Zulassung daselbst alle anwesenden Menschen auf drei Stunden lang blind geworden sind, und es müßte Johannes allein sehend geblieben sein, weil er von solch einer Sonnenverfinsterung keine Kunde gibt.« (a Matthäus.27,45; =Markus.15,33; =Lukas.23,44)
   05] »Wie es sich aber mit der a Sonnenverfinsterung verhält, so verhält es sich auch mit Meiner in dieser Welt erscheinlichen b Himmelfahrt; denn wo sollte denn wohl dieser Himmel sein, in den Ich aufgefahren bin?! Oder wohin sollte der Allgegenwärtige fahren, um den Menschen dadurch anzuzeigen, wo Er eigentlich zu Hause ist?! Ich meine aber, daß Ich in der ganzen Unendlichkeit überall so hübsch gleich zu Hause sein werde, da Ich in allem und jedem das Urbelebungs- und Erhaltungs-Prinzip bin, und ohne Mich nirgends etwas ist und besteht! Sonach ist der Himmel allenthalben, wo Meine Liebe und Weisheit waltet, und in der starren Materie besteht allenthalben das von der Macht Meines Willens ausgehende Gericht und der scheinbar ewige Tod; und es heißt darum denn auch, der c Himmel ist Mein Thron, und die Erde, durch die sämtliche Materie dargestellt ist, der Schemel meiner Füße. Nun wird sich doch niemand vorstellen wollen, daß der räumlich endlose Himmel nichts anderes darstellt als Meinen Sitzthron, und damit ich beim Sitzen nicht müde werde, Mir die Erde zum Schemel Meiner Füße gemacht habe!« (a Matthäus.27,45; Lukas.23,44; Markus.15,33 jl.ev11.273,04; jl.ev11.074,18 .25; b Matthäus.28,16; =Markus.16,19; =Lukas.24,50-51; Apg.01,09-10b; c Matthäus.05,35; Apg.07,49)


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